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Wattenscheider kassierte weiter Blindengeld für tote Mutter

Geldstrafe

„Ich habe mich immer gewundert, wo das Geld herkommt.“ Mit diesem Satz wollte gestern ein Wattenscheider (40) vor dem Amtsgericht erklären, wie er zwei Jahre lang Blindengeld für seine tote Mutter einstrich. Immerhin rund 330 Euro monatlich, 7852 Euro insgesamt. Das Gericht kaufte dem Hartz-IV-Empfänger die Geschichte des Ahnungslosen nicht ab.

BOCHUM

von Von Tom Eder

, 19.08.2010
Wattenscheider kassierte weiter Blindengeld für tote Mutter

Der Wattenscheider wurde wegen Betrugs zu einer Geldstrafe von 500 Euro (50 Tagessätze) verurteilt. Nach dem Tod seiner Mutter Anfang Oktober 2007 hatte sich der Mann voll und ganz auf die Worte des Bestattungsunternehmens verlassen.

Das hatte ihm versichert, es melde alles ab. Rente und Pflegegeld flossen danach auch nicht mehr, nur das Blindengeld vom Landschaftsverband landete weiter auf dem Konto der Verstorbenen, die der Angeklagte bis zu ihrem Tod jahrelang bei sich gepflegt hatte. Ohne groß nachzudenken hob er daraufhin monatlich den Zuschuss ab. Post vom Verband sei ungeöffnet im Schrank gelandet, sagte der Wattenscheider. „Sie haben die fette Taube gesehen und zugegriffen“, bemerkte der Richter. Das ging zwei Jahre lang gut, bis die Ämter ihre Daten untereinander abglichen und der Landschaftsverband feststellte, er zahlt für eine Tote.

Das Motiv für die Tat: „Ich habe selber Probleme. Ich habe Spielsucht und verspiele mein ganzes Geld“, erklärte der Mann vor Gericht. Oft genug ginge sein gesamtes Hartz-VI-Geld drauf. Auf die Frage, wovon er lebe, antwortete er: „Von der Luft und von der Liebe. Ich habe die ganze Woche nichts gegessen.“ Nur ab und zu bettele er und kaufe sich dann einen Döner.Das Gericht ließ am Ende Milde walten. Schließlich habe der Mann die Tat eingeräumt. Weiter meinte der Richter: „Sie brauchen Hilfe.“