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Wattenscheids Kampf geht weiter

WATTENSCHEID "Der Widerstand gegen den Zusammenschluss mit Bochum ist noch massiv vorhanden", sieht Manfred Fischer die Stimmung in Wattenscheid. Der soll jetzt in politische Bahnen gelenkt werden.

von von Joachim Stöwer

, 02.10.2007

Manfred Fischer, stv. Vorsitzender des Heimat- und Bürgervereins Wattenscheid ist überzeugt, dass die große Mehrheit der Bürger/innen eine Revision der kommunalen Neugliederung (von 1975) befürworten würde. Auch die Landespolitiker?

Lange gewartet

Die Vorsitzenden der Regierungsparteien in Düsseldorf hat der Heimatverein deshalb angeschrieben und an einen Brief ihrer Vorgänger von 1990 erinnert - Bernhard Worms und Achim Rohde hatten seinerzeit zugesagt, Wattenscheid wieder selbstständig werden zu lassen, wenn CDU/FDP wieder die Mehrheit stellten.

"Da haben wir nun lange drauf warten müssen", sagt Fischer; und er hat noch zwei Jahre nach dem Wechsel ins Land gehen lassen - "die hatten ja noch einige Turbulenzen zu überstehen, aber jetzt ist die Zeit gekommen, den Finger in die Wunde zu legen." Aber er ist auch Realist: "Ganz zurückdrehen lassen wird sich das Rad der Geschichte wohl nicht."

Thoben nicht dabei

Vor allem, weil eine prominente Wattenscheider CDU-Politikerin, ebenfalls Mitglied des Vereins, sich der neuen Initiative nicht anschließen möchte - "die Wirtschaftsministerin Christa Thoben steht nicht an unserer Seite."

Wohl aber vielleicht knappe 90 Prozent der Wattenscheider, wie eine Bürgerbefragung 1996 ergab. Und die Stimmung habe sich nicht geändert, ist auch Vorstandskollege Norbert Herden überzeugt. Der 47-Jährige Architekt ist beim Bürgerverein schon seit seinem 20. Lebensjahr engagiert; natürlich ein bisschen weniger als das Urgestein, der Vorsitzende Klaus-Peter Hülder. Ausgerechnet der fehlte gestern auf der Pressekonferenz seines Vereins. Herden räumt ein: "Der Vorstoß ist für ihn wohl überraschend gekommen."

Kein Wahlthema

Der Vereinsvorstand will die politische Stimmungslage nun erst einmal abklopfen und versteht seine Initiative keineswegs als "Kampfansage gegen Bochum", wie Fischer betont; und Herden sieht die Selbstständigkeit Wattenscheids auch nicht als Thema im Kommunalwahlkampf. Eigentlich sind die beiden mit der Beziehung zu Bochum nicht ganz unzufrieden: "Es läuft jetzt relativ gut."