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Polizei entdeckt Cannabisplantage in Flüchtlingsunterkunft in Südkirchen

Durchsuchung in Nordkirchen, Olfen und Lüdinghausen

80 Pflanzen samt Bewässerung, Belüftung und Beleuchtung: In einer kommunalen Flüchtlingsunterkunft in Südkirchen hat die Polizei eine Cannabisplantage entdeckt. Und zwar eine ziemlich umfangreiche. Außerdem hat die Polizei fünf Gebäude in Südkirchen, Olfen und Lüdinghausen durchsucht.

Nordkirchen/Olfen/Lüdinghausen

, 24.04.2018
Polizei entdeckt Cannabisplantage in Flüchtlingsunterkunft in Südkirchen

Die Asylbewerberunterkunft (rechts) in Südkirchen. (Archivfoto) © Arndt Brede

Gegen 6:30 Uhr am Dienstagmorgen waren Einsatzwagen der Polizei Coesfeld in Lüdinghausen, Olfen und auch Südkirchen unterwegs. In je zwei Privatwohnungen in Lüdinghausen und Olfen entdeckten die Beamten geringe Mengen an Cannabis und Konsumutensilien sowie drei Cannabispflanzen. In der Flüchtlingsunterkunft an der Selmer Straße in Südkirchen fanden sie dann die ganze Plantage.

Die Cannabis-Plantage in der Flüchtlingsunterkunft habe schon eine gewisse Größe aufgewiesen. „80 Pflanzen, das ist schon ordentlich“, bemerkte der Pressesprecher. Die Plantage habe sich in einem verschlossenen Raum im ersten Obergeschoss der Unterkunft befunden.

Familie lebt seit Jahren in der Gemeinde

Auch in der Gemeinde hat die Polizeiaktion für Aufregung gesorgt. „Es handelt sich um Mitglieder einer Familie, die schon seit Jahren hier lebt“, sagt Nordkirchens Bürgermeister Dietmar Bergmann. Ob die Gemeinde vorab über die Polizeiaktion informiert wurde, möchte er nicht sagen. „Es handelt sich um ein polizeiliches Ermittlungsverfahren, deshalb möchte ich mich da nicht äußern“, so Bergmann.

Doch wie kann es sein, dass eine ganze Plantage in einem kommunal betriebenen Flüchtlingsunterkunft unentdeckt bleiben kann? „Unsere Hausmeister besuchen die Unterkünfte regelmäßig“, sagt Bergmann. Ohne konkreten Grund gebe es jedoch für die Hausmeister keine Veranlassung, alle 14 Tage in die einzelnen Wohnungen zu gehen. „Das ist ja wie eine abgeschlossene Wohnung“, sagt Bergmann.

Verdächtige sollen zusammengearbeitet haben

„Wir müssen natürlich noch ermitteln, gehen aber davon aus, dass sich die Tatverdächtigen untereinander gekannt und auch zusammengearbeitet haben“, sagt Rolf Wehrenbeck-Ueding von der Polizeipressestelle Coesfeld.

Außerdem wurden mehrere Handys und Datenträger sichergestellt, auf denen sich pornografisches Material mit Jugendlichen befand. Auch bei diesen Tatverdächtigen, so der Pressesprecher, handele es sich um Bewohner der Flüchtlingsunterkunft.

Vorwurf Verbreitung von Jugendpornografie

Die Polizei ermittelt jetzt wegen des Handels mit Betäubungsmitteln sowie wegen des Besitzes, Herstellens und der Verbreitung von Jugendpornografie. Tatverdächtig sind je ein Lüdinghauser und ein Südkirchener in dem Verfahren zu dem Sexualdelikt und insgesamt fünf Beschuldigte (2 Olfen, 2 Lüdinghausen, 1 Südkirchen) in dem Rauschgiftverfahren.

Die Polizisten stellten alle Beweismittel sicher und werten jetzt die Erkenntnisse aus. Zudem werden die Beschuldigten und eventuelle Zeugen vernommen, bevor die Verfahren zur Entscheidung der Staatsanwaltschaft Münster zugeleitet werden.