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21-Jähriger stach Fahrgast direkt ins Herz

Messerattacke in Oberhausener Nachtexpress

Nach einer tödlichen Messerattacke vor einem Nachtexpress-Bus in Oberhausen steht ein 21-jähriger Mann aus Bottrop seit Mittwoch wegen Totschlags vor Gericht. Er soll zwei Brüder aus Hamm nach einem Streit niedergestochen haben – und ging dabei besonders brutal vor.

Essen/Oberhausen

, 02.05.2018
21-Jähriger stach Fahrgast direkt ins Herz

Der Angeklagte selbst wollte zum Prozessauftakt vor dem Essener Landgericht vorerst nichts sagen. Sein Verteidiger Siegmund Benecken (Marl) kündigte jedoch bereits ein weitreichendes Geständnis an.

Es sei korrekt, dass es in der Nacht auf den 26. November 2017 zu dem tödlichen Messerangriff auf den 28-jährigen Krankenpfleger gekommen sei. „Mein Mandant kann aber heute versichern, dass er das zu keinem Zeitpunkt wollte“, sagte Benecken. „Er kann nur um Verzeihung bitten.“

Der Angeklagte war gegen 1 Uhr mit zwei Freunden (beide 18) mit dem Nachtexpress-Bus von Bottrop nach Oberhausen gefahren. Die späteren Opfer waren nach einem Konzertbesuch in der Oberhausener Turbinenhalle zugestiegen.

Täter soll siebenmal in das Opfer eingetsochen haben

Noch bevor der Nachtbus NE21 sich wieder in Bewegung setzten konnte, war es im hinteren Bereich zu Beleidigungen und Gewaltattacken gekommen. Nach dem Öffnen der Bustüren durch den Fahrer hatte sich die Auseinandersetzung auf dem Bussteig verlagert.

Laut Anklage brachte der Angeklagte sein Opfer zu Boden und stach dann insgesamt siebenmal auf den Oberkörper des 28-Jährigen ein. Ein Stich durchbohrte das Herz. Trotz einer Notoperation verstarb das Opfer noch in derselben Nacht.

Verteidiger: Tatverdächtiger habe „Überhaupt keine Erinnerung mehr“

Als der Bruder des 28-Jährigen laut Anklage den Messerstecher festhielt, zog dieser erneut das Messer, durchstach dessen Wange, so dass der Oberkiefer brach und ein Zahn ausgerissen wurde. Das Leben konnte durch eine Not-OP gerettet werden.

Nach Angaben seines Verteidigers will der 21-jährige Bottroper an die zweite Messerattacke „überhaupt keine Erinnerung“ mehr haben.

Die Anklage lautet unter anderem auf Totschlag, versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung. Mit einem Urteil ist frühestens im Juni zu rechnen.