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Alle Höhen und Tiefen in nur 24 Stunden

Motorsport

Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring hielt für Moritz Oberheim und Oliver Sprungmann alle Facetten bereit, die schönen und die schlimmen.

SCHERMBECK / DORSTEN

von Horst Lehr

, 15.05.2018
Alle Höhen und Tiefen in nur 24 Stunden

Traum aller Rennfahrer: Oliver Sprungmann steuert seinen Ford Mustang GT „Bullit“ mit der legendären Startnummer 109 aus dem gleichnamigen Film beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring durchs Yokohama-S.Lehr

Für Moritz Oberheim war das 46. ADAC Zurich 24-Stunden-Rennen vorbei, noch ehe es richtig begonnen hatte. Im brandneuen Porsche 991 GT3 Cup MR II fuhr der Schermbecker am Donnerstag in einer der letzten Runden des Qualifyings am Schwedenkreuz in die Leitplanken. Nach dem obligatorischen Medizincheck im Medicalcenter konnte Oberheim wieder nach Hause, doch das Auto war zu schwer beschädigt, um noch am Rennen teilzunehmen. Für den jungen Schermbecker natürlich ein schwerer Schlag.

Auch der Dorstener Oliver Sprungmann musste bei dem Langstreckenklassiker am Ring einige Tiefschläge wegstecken, doch im Gegensatz zu Moritz Oberheim hielt das Rennen für ihn auch die Höhen des Motorsports bereit.

Schon im Qualifying am Donnerstag zeigte Sprungmann mit einer 10:02-Minuten-Runde das Potenzial seines bärenstarken Ford Mustang GT. Wegen einer Tempo-Überschreitung in einer Gefahrenzone wurde das OVR Racingteam allerdings fürs Rennen ans Ende der Startgruppe verbannt. Sprungmann nahm‘s gelassen: „Dann habe ich zuerst einmal freie Fahrt beim Start.“ Und die nutzte er, um gleich einige Fahrzeuge zu überholen.

In seiner dritten Runde fuhr der Dorstener mit 9:50,531 min die schnellste Runde und blieb auch danach trotz dichten Verkehrs konstant im Zeitenfahrplan. Auf Rang drei liegend überholte er im Windschatten einiger vorbeirasender GT3-Wagen abends einen Ford Focus seiner Klasse, musste dann aber gegen Mitternacht unfreiwillig in die Box − genau wie der Ford Focus.

Im Kampf der Boxencrews hieß es „Ölpumpe gegen Antriebswelle“. Mit dem etwas besseren Ende für den Focus. Als Sprungmann und Co. nach dreistündiger Zwangspause wieder auf die Piste konnten, waren sie wieder in der Verfolgerrolle.

Doch den Podiumsplatz hatte das Team nach wie vor inne und setzte alles daran, ihn ins Ziel zu bringen. Das wurde am Sonntagmorgen durch Nebel und Dauerregen erschwert, in dem die schnellen Wagen trotz der spritzenden Gischt munter weiter überholten. Die Rennleitung entschloss sich deshalb zu einer Unterbrechung, doch um 14 Uhr wurde das Rennen wieder gestartet.

Als um 15.30 Uhr endlich die Zielflagge für die Gesamtsieger geschwenkt wurde, fieberte das gesamte Team an der Boxenmauer bei der letzten Runde des „Bullit“ mit und bejubelte fahnenschwingend den am Ende verdienten dritten Platz in der Klasse und den 111. im Gesamtrang.

Erschöpft, aber glücklich zog Sprungmann ein insgesamt positives Fazit, dankte den Sponsoren und sagte: „Wir haben es trotz aller Schwierigkeiten aufs Podium geschafft.“ Und nur das zählte.