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Vergewaltigung auf Friedhof: Geständnis angekündigt

Geständnis im Bochumer Vergewaltigungsfall naht

Die Tat war ein Albtraum. Vor drei Monaten wurde eine 33-jährige Frau auf einem Bochumer Friedhof vergewaltigt. Der mutmaßliche Täter saß wegen einer ähnlichen Tat bereits fast fünf Jahre in Haft. Seit Donnerstag droht ihm die Sicherungsverwahrung.

BOCHUM

, 17.05.2018
Vergewaltigung auf Friedhof: Geständnis angekündigt

Für die Aussage des Angeklagten will sein Verteidiger Michael Emde den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragen.

Es war die Nacht auf den 18. Februar 2018. Die 33-Jährige war auf dem Nachhauseweg, als sie auf einen unbekannten Mann traf, der trotz der Kälte nur mit einem T-Shirt bekleidet war. Sie hatte offenbar Mitleid, bot ihm ihre Jacke an, man kam ins Gespräch. Kurze Zeit später passierte das Unfassbare.

Laut Anklage wurde ihr völlig unvermittelt die Kapuze über den Kopf gezogen, sie wurde niedergeschlagen, gewürgt, mehrfach vergewaltigt. Als sie eine Chance zur Flucht sah und wegrennen wollte, warf sich der Täter auf sie, schleifte sie an den Haaren zurück.

„Er versteht sich selbst nicht mehr“

Zum Prozessauftakt vor dem Bochumer Landgericht hat sich der Angeklagte noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Verteidiger Michael Emde hat für den nächsten Verhandlungstag allerdings ein Geständnis angekündigt. „Er versteht sich selbst nicht mehr“, sagte Emde über seinen Mandanten. „Er hatte eine Freundin, wollte im Sommer eigentlich heiraten.“

Der 30-Jährige war bereits im Januar 2010 vom Dortmunder Landgericht zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden – auch wegen Vergewaltigung. Diese Strafe hat er bis zum letzten Tag abgesessen. Danach stand er unter Führungsaufsicht. Weil er außerdem als besonders rückfallgefährdet eingestuft wurde, war der Bochumer zusätzlich im Landespräventions-Programm „KURS“ („Konzeption zum Umgang mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern“).

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Der Fall hatte im Februar für großes Aufsehen gesorgt, weil die Bochumer Polizei die Tat zunächst nicht mitgeteilt hatte. Die Rheinische Post hatte schließlich als erste darüber berichtet. Die Polizei hatte später erklärt, dass auf die Veröffentlichung der Tat verzichtet worden ist, weil dies für Opfer besonders belastend sei.

Ausschluss der Öffentlichkeit

Zum Prozessauftakt erschien der hagere Angeklagte in Gefängniskluft. Für seine eigene Aussage will sein Verteidiger den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragen. Auch für die Vernehmung des Opfers soll die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden. Die 33-Jährige wird mit einem Psychologen ins Gericht kommen. „Sie geht zwar wieder arbeiten“, sagte ihre Anwälten Stephanie Ihrler. „Innerlich ist aber nichts mehr so, wie es einmal war.“

Neben einer erneuten Verurteilung droht dem Angeklagten diesmal auch die Anordnung der anschließenden und unbefristeten Sicherungsverwahrung – zum Schutz der Allgemeinheit.

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