Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Hollstein: „Glücklich, dass ich überlebt habe“

Ein Mann hält dem Bürgermeister von Altena in einem Imbiss ein Messer an den Hals und droht, ihn abzustechen. Vergeben will ihm der Politiker nicht.

Hagen

01.06.2018
Hollstein: „Glücklich, dass ich überlebt habe“

Altenas Bürgermeister Andreas Hollstein steht als Zeuge beim Prozess gegen den Angeklagten Werner S. (r) im Prozesssaal des Landgerichts. Foto: Ina Fassbender

Die Messerattacke auf den Bürgermeister von Altena hat den Politiker nach eigenen Angaben mehr mitgenommen, als er zunächst gedacht hatte. „Ich bin glücklich, dass ich überlebt habe“, sagte Andreas Hollstein am Freitag als Zeuge vor dem Hagener Schwurgericht. Er verspüre zwar keinen Hass auf den Angeklagten, vergeben könne er ihm aber nicht. Dafür sei das Leid zu groß, dass er ihm und seiner Familie angetan habe.

Der Angeklagte hatte dem Bürgermeister am 27. November 2017 in einem Döner-Imbiss in Altena plötzlich ein Messer an den Hals gesetzt. Dabei hat er laut Hollstein mehrfach gerufen: „Ich steche dich ab. Du lässt mich verdursten, aber holst 200 Ausländer in die Stadt.“

Der Mann hatte sich am zweiten Verhandlungstag persönlich bei dem Politiker entschuldigt. Fremdenfeindliche Motive hatte er dabei aber bestritten. Auch habe er den Bürgermeister nicht töten wollen. Er habe sich persönlich einfach in einer ausweglosen Situation befunden.

Die Stadt Altena zählt zu den Kommunen, die mehr Flüchtlinge aufgenommen hat, als sie hätte aufnehmen müssen. Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautet auf Mordversuch.

Anzeige