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Unwetter setzt Soest unter Wasser: Wetter beruhigt sich

Das Wetter hat sich noch einmal über NRW ausgetobt: Regenmassen blockierten Straßentunnel und Autobahnen, Blitze schlugen ein, die Bahn hatte Probleme. In Soest wurden Teile der Altstadt überschwemmt. Am Wochenende soll es nun endlich Beruhigung geben.

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Soest/Düsseldorf

, 01.06.2018
Unwetter setzt Soest unter Wasser: Wetter beruhigt sich

Ein Blick auf einen Einsatzwagen der Feuerwehr. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/Archiv

Nach tagelangen heftigen Unwettern in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens hat es am Freitagnachmittag Soest getroffen: Starkregen überschwemmte Teile der Innenstadt. Vor allem die Altstadt stehe unter Wasser, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Straßen seien überflutet worden und Keller bis unter die Decke vollgelaufen. Mancherorts stehe das Wasser etwa 15 Zentimeter hoch. Am frühen Abend sei das Wasser dann allmählich wieder abgelaufen, als der Regen aufgehört habe. Bis zu 300 Kräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) waren den Angaben zufolge im Einsatz. Am Nachmittag zählte die Feuerwehr etwa 500 Notrufe.

Zuvor waren am Freitagmorgen über mehrere Stunden heftige Gewitter über Nordrhein-Westfalen hinweggezogen, Keller liefen voll, die Bahn meldete Verspätungen. Am Wochenende soll sich die Lage dann aber entspannen. Am Samstag würden nur noch vereinzelt Gewitter erwartet, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes. Für Sonntag seien freundlicheres Sonnenwetter und kühlere Temperaturen zu erwarten.

Insgesamt blieben größere Störungen am Freitag aus. Die Feuerwehren im Land fuhren Dutzende Einsätze wegen Blitzeinschlägen, vollgelaufener Tiefgeschosse und gefluteter Straßen.

Am Morgen hatten sich nach Informationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) schwere Gewitter ihren Weg von Aachen ins Ruhrgebiet gebahnt. Sie waren schließlich über das Münsterland abgezogen. Stellenweise hätten sich weit mehr als 40 Liter Wasser pro Stunde und Quadratmeter ergossen, hieß es.

In einem Straßentunnel in Bad Godesberg waren Kanaldeckel aufgespült worden. Der Tunnel wurde kurzzeitig gesperrt. Auch in Düsseldorf war ein Rheintunnel nach einem Blitzeinschlag lahmgelegt. Keller und Tiefgaragen liefen voll. In Essen stand die Autobahn 40 zeitweise unter Wasser.

Auch in Ennepetal rückte die Feuerwehr aus, um Keller leer zu pumpen. Von einem Feld seien massive Wasser -und Erdmassen auf die Straße geschwemmt worden, die auch in anliegende Häuser und Grundstücke drangen. Um die Häuser vor weiteren Schäden zu schützen, sei mit rund 3000 Sandsäcken ein künstlicher Deich gebaut worden, so die Feuerwehr.

In Blankenberg bei Hennef ging auf einer Bahnstrecke für Regionalzüge am Freitagmorgen nichts mehr, nachdem ein Blitz in ein Stellwerk eingeschlagen war. Es kam zu Ausfällen und Verspätungen. Kurz darauf rollte der Bahnverkehr aber wieder.

In Stadtteilen von Solingen rutschte von Regen gelöster Schlamm auf die Straßen. Die Feuerwehr sicherte mehrere Gebäude mit Hunderten Sandsäcken ab. Im Pumpspeicher-Kraftwerk Finnentrop im Sauerland flutete der Starkregen ein leeres Oberbecken. Da das Wasser in einen Reparaturbereich des Kraftwerks zu laufen drohte, musste die Feuerwehr es abpumpen. In Wermelskirchen schlug der Blitz in ein Haus ein, der Dachstuhl brannte aus. Ebenfalls durch einen Blitz geriet in Hellenthal (Kreis Euskirchen) eine Scheune in Brand. In Düsseldorf war der Rheinufertunnel gesperrt.

Am Flughafen in Düsseldorf wurde am Morgen wegen der starken Regenfälle zweimal die Abfertigung unterbrochen. Leichte Verzögerungen bei Starts und Landungen waren die Folge. „Aus Sicherheitsgründen lassen wir keine Mitarbeiter oder Passagiere aufs Vorfeld, wenn gerade eine Gewitterzelle über dem Platz ist. Dann stehen Busse, Tankwagen und Lotsenfahrzeuge kurzzeitig still“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Auch die Start- und Landebahn würde regelmäßig überprüft. „Aquaplaning kann die Griffigkeit herabsetzen. Wir checken laufend die Reibungswerte.“

Vor allem am Dienstagabend hatten schwere Unwetter in Teilen Nordrhein-Westfalens große Schäden verursacht. Besonders betroffen war Wuppertal. Deshalb fordert die Stadt finanzielle Unterstützung vom Land Nordrhein-Westfalen. „Die Stadt erhofft sich Soforthilfen von der Landesregierung“, sagte eine Stadtsprecherin. Die komplette Schadenshöhe sei derzeit aber noch unklar. Die Reparatur- und Sanierungsarbeiten werden womöglich aber noch lange dauern: „Das wird nicht in den nächsten Wochen erledigt sein“, betonte die Sprecherin.

Nach einem Jahrhundertregen 2014 mit Überflutungen hatte die damalige rot-grüne Landesregierung den am schlimmsten betroffenen Kommunen Münster und Greven Millionenhilfen zugesagt. Zwei Menschen waren damals ums Leben gekommen.

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