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„Horrorhaus“-Prozess: Gutachterin empfiehlt Psychiatrie

Nach einem vorläufigen Gutachten soll der Angeklagte im Prozess um das sogenannten „Horrorhaus“ von Höxter in die Psychiatrie eingewiesen werden. Nach Auffassung der Gerichts-Psychiaterin Nahlah Saimeh ist Wilfried W. nur vermindert schuldfähig. Als Grund gibt die Expertin eine erhebliche Intelligenzminderung und eine Persönlichkeitsstörung an, die sich im Abhängigkeitsverhältnis zur Angeklagten zeige. Laut Strafgesetzbuch können Angeklagte eingewiesen werden, wenn eine Gefahr für die Allgemeinheit von ihnen ausgeht.

Paderborn

04.06.2018

Gerichtssprecher Bernd Emminghaus bestätigte am Montag, dass das vorläufige Gutachten vorliegt. Saimeh wird ihre Einschätzung an zwei Prozesstagen am 3. und 4. Juli im Gerichtssaal vorstellen. Das „Westfalen-Blatt“ hatte zuvor über das Gutachten berichtet.

Wilfried W. (47) und seine Ex-Frau Angelika W. (48) stehen seit 2016 wegen Mordes durch Unterlassen vor dem Landgericht Paderborn. Das Paar soll über Jahre hinweg mehrere Frauen in ihr Haus nach Höxter gelockt und dort schwer misshandelt haben. Zwei Frauen überlebten das Martyrium im Stadtteil Bosseborn nicht.

Seit Monaten verzögert sich das Prozessende. Ursprünglich sollte Michael Osterheider das Gutachten zum Angeklagten liefern. Der Professor der Universität Regensburg für Forensische Psychiatrie hatte aber im November 2017 widersprüchliche Angaben zu seinen Gesprächen mit Wilfried W. gemacht. Das Gericht entpflichtete ihn daraufhin von seiner Aufgabe und die ehemalige Leiterin der Gerichtspsychiatrie in Lippstadt-Eickelborn übernahm.

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