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Wecker und Wader als Traumpaar des politischen Liedes

RuhrCongress

Vor dem RuhrCongress flattert die Friedenstaube im Wind. Natürlich sind sie gekommen, die Friedensbewegten, Alt-Linken, Alt-68er und auch ein paar jüngere kritische Geister. 1600 Besucher wollen das Traumpaar des politischen Lieds sehen: Hannes Wader und Konstantin Wecker. In der ersten Reihe sitzt Franz Müntefering.

BOCHUM

von Von Max Florian Kühlem

, 16.08.2010
Wecker und Wader als Traumpaar des politischen Liedes

Explizit politisch: Konstantin Wecker und Hannes Wader.

Besonders spannend ist die Anwesenheit des SPD-Granden, weil Wader und Wecker sich im Doppelpack noch politischer geben, als sie es auf Solo-Tourneen tun. Da ätzt Wecker in "Gutti-Land" gegen den Verteidigungsminister ("Gutti bringt das Land voran / nicht nur in Afghanistan") und Wader mit einer Neudichtung des Klassikers "Trotz alledem" gegen den Neoliberalismus und für einen neuen Sozialismus. Politiker modernen Zuschnitts sind für Wecker vor allem "Zuhälter des Kapitals".Poetisch und vielseitig So explizit politisch und gesellschaftskritisch ist heute kaum noch jemand in der deutschen Musikszene. Wohl auch deshalb denken die 63 und 68 Jahre alten Liedermacher lange nicht ans Abtreten. Immer wieder überraschend, wie poetisch und musikalisch vielseitig Wader und Wecker ihre Botschaft verpacken. Wader beeindruckt mit bluesinspirierten Gitarren-Pickings und Wecker zeigt am großen Flügel ungebremste Leidenschaft, wechselt wie ein Irrlicht zwischen den Stilen Chanson, Blues, Jazz und Latin.Warmer Sound Ein Wunder, wie die Mitmusiker hinterherkommen: Der Pianist Jo Banikel, der afghanische Percussionist Hakim Ludin und allen voran der Gitarrist Nils Tuxen, einer der seltenen Virtuosen an der Pedal-Steel-Guitar, zaubern einen klug arrangierten, warmen und vollen Sound in die große Halle.Eine Stunde Verspätung Schnell ist da vergessen, dass das wegen der schlechten Witterung verlegte Konzert mit einer Stunde Verspätung gestartet ist. Man wollte auch auf die letzten Nachzügler von der Freilichtbühne Wattenscheid warten. Als Wader und Wecker am Ende auch Klassiker wie "Wenn der Sommer nicht mehr weit ist" spielen, ist die Begeisterung grenzenlos. Es scheint bei den beiden tatsächlich so zu sein, wie es das Tour-Motto sagt: "Kein Ende in Sicht".