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Weidmann: Renteneintritt an wachsende Lebenszeit anpassen

Berlin. Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat sich dafür ausgesprochen, den Renteneintritt an die wachsende durchschnittliche Lebenszeit anzupassen und damit immer weiter hinauszuschieben.

Weidmann: Renteneintritt an wachsende Lebenszeit anpassen

Jens Weidmann, hier bei einer Pressekonferenz im Februar, ist Präsident der Deutschen Bundesbank. Foto: Fabian Sommer

„Warum sollte die Frage längerer Lebensarbeitszeit in Deutschland ausgespart werden, wenn so unterschiedliche Länder wie etwa Dänemark oder Italien Systeme eingeführt haben, die den Renteneintritt richtigerweise mit der Lebenserwartung verknüpfen?“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Ein konstantes Renteneintrittsalter bei steigender Lebenszeit bedeute bei gleichbleibenden Renten nichts anderes, als dass die jüngere Generation immer größere Lasten zu tragen habe. „Das kann man gesellschaftlich so entscheiden, aber man sollte sich über die Folgen im Klaren sein: Die Arbeitskosten steigen, die Beschäftigung und die Wettbewerbsfähigkeit sinken“, erklärte Weidmann. Zugleich sprach er sich dafür aus, die Erwerbstätigkeit von Frauen zu steigern.

Den Vorschlag, das Rentenalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln, hatte der damalige Bundesfinanzminister und heutige Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) bereits vor längerem ins Gespräch gebracht. Derzeit wächst das Renteneintrittsalter schrittweise bis 2030 auf 67 Jahre. Eine teilweise ebenfalls geforderte Rente mit 70 hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im Bundestagswahlkampf für die Zeit ihrer Kanzlerschaft ausgeschlossen. Die Koalition hat sich darauf verständigt, dass eine Kommission bis März 2020 einen Bericht zur Zukunft der Rente vorlegen soll.

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