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Weimar feiert Goethes 259. Geburtstag

Weimar (dpa) Mit einem «Faustischen Familientag», Ausstellungen und Lesungen hat die Klassikerstadt Weimar am Donnerstag den 259. Geburtstag des Dichters und Staatsmannes gefeiert.

Weimar feiert Goethes 259. Geburtstag

Goethes 259. Geburtstag wird in Weimar gefeiert.

Unter dem Motto «Hereinspaziert» konnten Alt und Jung durch das festlich geschmückte Wohnhaus flanieren und sich bei Puppentheater, Filmen und Vorträgen im Sinne des gastfreundlichen ehemaligen Hausherrn amüsieren. Bereits am Vorabend las der Autor Hans Magnus Enzensberger in der Herderkirche aus neuen Gedichten. Der Freundeskreis des Goethe-Nationalmuseums vergab den Dr. Heinrich-Weber-Preis an die junge Wissenschaftlerin Cornelia Irmisch aus Jena.

Das Deutsche Nationaltheater gedachte dagegen in aller Stille der Wiedereröffnung des Hauses vor 60 Jahren. Nach den Bombenschäden 1945 war es mit Hilfe der sowjetischen Militäradministration als erstes Theater in Deutschland wiederaufgebaut und am 28. August 1948 mit «Faust I» eröffnet worden. «Das Werk gehört zu der Identität der Stadt, so wie Goethe zu Weimar gehört», sagte Chefdramaturgin Susanne Winnacker. «Es ist das kulturelle Bewusstsein der Stadt, Fluch und Privileg zugleich.» Über «Faust»-Inszenierungen könnten Intendanten und Regisseure zu Ruhm gelangen oder ihre Anstellung verlieren.

Im Goethe-Nationalmuseum öffneten zwei Ausstellungen, darunter eine zur Aktualität von Liebe und Ehe in Goethes «Wahlverwandtschaften». Die Schau mit dem Titel «Eine unbeschreibliche, fast magische Anziehungskraft» ist bis zum 2. November zu sehen. Die «Wahlverwandtschaften» hätten nichts von ihrer Aktualität eingebüßt, sagte Museumsdirektor Ernst-Gerhard Güse. Der Dichter habe um 1800 als einer der ersten über das besondere Spannungsfeld der Institution Ehe in jener Zeit geschrieben.

Buchillustrationen, Verfilmungen und Theaterinszenierungen veranschaulichen die ungebrochene Popularität des Werkes, das nach Erscheinen im Oktober 1809 den Leser gleichermaßen fasziniert wie verstört hatte. Originalbriefe von Walter Benjamin, Thomas Mann und Martin Walser verdeutlichen die Anziehungskraft, die das Werk auf nachfolgende Dichter ausübte. Ein Glas mit einem roten Faden aus dem Besitz Goethes spielt auf die Redewendung vom roten Faden an, die der Dichter in den «Wahlverwandtschaften» geprägt hat.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Universität Jena und dem Freundeskreis Goethe-Nationalmuseum. Bis zum Jubiläum 2009 wollen sie die «Wahlverwandtschaften» mit Lesungen, interdisziplinärer Ringvorlesung und wissenschaftlicher Tagung interpretieren.

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