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Weißes Haus: Personalwechsel stehen aktuell nicht an

Washington. Das Personalkarussell unter Trump scheint sich weiter zu drehen. Berichten zufolge könnte es den Nationalen Sicherheitsberater treffen - nicht so schnell, sagt das Weiße Haus.

Weißes Haus: Personalwechsel stehen aktuell nicht an

McMaster kam ins Amt, nachdem der von Trump höchst geschätzte Sicherheitsberater Flynn im Februar 2017 zurücktreten musste. Foto: Sven Hoppe

Der Nationale Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster steht offensichtlich vor der Entlassung. Nach Informationen des Senders CNN ist die Ablösung des Generals ausgemachte Sache. Damit würde eine weitere Schlüsselrolle in der US-Politik neu besetzt.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, sagte am Freitag, es stünden unmittelbar keine Wechsel an. Damit schloss sie spätere Änderungen nicht aus. Sie sagte, manchmal änderten sich politische Prioritäten, das könne personelle Folgen nach sich ziehen.

Zuvor hatte Sanders auf Twitter geschrieben, Trump und McMaster hätten entgegen anderslautender Berichte ein gutes Arbeitsverhältnis: „Es gibt keinen Wechsel beim Nationalen Sicherheitsrat.“ Dies ist das Gremium, dem McMaster vorsteht.

Auch die „Washington Post“ hatte in der Nacht zum Freitag berichtet, die Ablösung des Generals sei ausgemacht. US-Präsident Donald Trump wolle den Wechsel jedoch möglichst verträglich gestalten, berichtete das Blatt unter Berufung auf fünf Quellen im Weißen Haus. McMaster solle nicht öffentlich erniedrigt werden.

Erst vor wenigen Tagen hatte Trump seinen Außenminister Rex Tillerson aus dem Amt geworfen, ohne selbst mit ihm geredet zu haben. Tillerson hatte nach Berichten aus seinem Ministerium via Twitter von seiner Entmachtung erfahren und selbst keinerlei Absichten, seinen Posten aufzugeben. Tillerson galt als moderat im Umgang mit dem Iran.

Im Mai steht in Washington eine Entscheidung an, ob die USA Teil des Atomabkommens mit der islamischen Republik bleiben wollen. Im Zuge seiner Entscheidung, Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium zu verhängen, hatte sich Trump auch von seinem Wirtschaftsberater Gary Cohen getrennt.

In Washington häufen sich die Stimmen, Trump sei gerade dabei, sein Umfeld personell komplett seinen politischen Bedürfnissen und persönlichen Vorstellungen anzupassen. Kandidat für eine Ablösung könnte nach einem Bericht der „New York Times“ auch Stabschef John Kelly sein. Dieser hatte in der Affäre um Trump-Mitarbeiter Rob Porter unglücklich agiert und soll ferner mit Trump-Schwiegersohn und Präsidentenberater Jared Kushner im Clinch liegen.

Kelly soll laut Berichten von Freitag aber eine Art Sicherheitsgarantie erhalten haben.

McMasters Nachfolge im Weißen Haus ist offen. Als Kandidat wird auch der ehemalige Botschafter der USA bei den Vereinten Nationen gehandelt, der knallharte Falke John Bolton. Er gilt unter anderem auch als vehementer Kritiker einer Kooperation mit dem Iran und hat einem Erstschlag gegen Nordkorea das Wort geredet.

Über eine Ablösung des Drei-Sterne-Generals McMaster (55) wird seit Wochen spekuliert. Der hochdekorierte Soldat kam ins Amt, weil der von Trump zunächst installierte Sicherheitsberater Michael Flynn - auch er ein Ex-General - im Februar 2017 im Zuge der Russland-Affäre zurücktreten musste. McMaster gilt als vergleichsweise moderat.

Noch nie war eine US-Regierung zu so einem frühen Zeitpunkt so sehr mit Abgängen, Rauswürfen und Wechseln konfrontiert wie unter Trump. Mit dem erst vor Tagen angekündigten Weggang von Trumps oberstem Wirtschaftsberater Gary Cohn und der abrupt vollzogenen Demission Tillersons scheint das Karussell noch nicht zum Stillstand gekommen zu sein.

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