Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Weißwein ist nicht nur im Sommer erfrischend

Mainz/Möglingen (dpa/tmn) Nicht nur um sein Image hatte der deutsche Weißwein bis vor wenigen Jahren zu kämpfen. Auch in der Verkaufskonkurrenz zum Rotwein musste er sich in jüngerer Vergangenheit geschlagen geben.

Weißwein ist nicht nur im Sommer erfrischend

Deutsche Weißweine haben einiges zu bieten - trotzdem müssen sie noch immer gegen ihre rote Konkurrenz ankämpfen. (Bild: DWI/dpa/tmn)

Zu Unrecht, meinen Experten - der Weiße habe einiges zu bieten. «Er hat eine belebende Frische, eine tolle Aromatik und ein breites Geschmacksspektrum», sagt Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut in Mainz.

Die wichtigste und anspruchsvollste deutsche Weinsorte ist der Riesling, der hierzulande seine Hauptanbaugebiete hat und seit kurzem wiederentdeckt wird. «Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass der Einheits-Chardonnay mit seinem einfachen Geschmacksprofil einfach irgendwann langweilt», sagt Ulrich Breutner, Geschäftsführer der Werbegemeinschaft Württembergischer Weingärtnergenossenschaften in Möglingen. «Der Riesling hingegen hat mehr Struktur und entsprechendes Rückgrat.» Vom einfachen Qualitätswein bis zum Eiswein gibt es ihn in allen Qualitätsstufen.

Es gibt aber noch eine Reihe weiterer wichtiger Rebsorten. «Der Silvaner etwa hat eher herbe Noten und ist so etwas wie ein Standardbegleiter zu Spargel, während der Grauburgunder gehaltvoller ist und sich durchaus als Menübegleiter zu kräftigen Gerichten eignet», erklärt Büscher. Der Weißburgunder hingegen passe zu Fisch- und leicht würzigen Fleischgerichten und biete eher dezente Aromen.

Auch der Müller-Thurgau zeichnet sich durch dezentere Aromen aus, ist dabei aber fruchtig und milder in der Säure. Er gehört zu den leichteren Sommerweinen, zu denen man Weißweine mit zwölf Prozent oder weniger Alkoholgehalt zählt. «Das sind sehr angenehme Weine, weil sie nicht belasten», sagt Büscher. «Zu leichterer Küche passen ohnehin am besten auch leichtere Weine.»

Ein neuer Trend ist der sogenannte Blanc de Noirs - ein Weißwein, der aus roten Trauben hergestellt wird. Das ist möglich, weil die Farbstoffe der Traube ausschließlich in der Haut sitzen und der Wein nur rot wird, wenn diese Farbstoffe gelöst werden. «Das Ergebnis beim Blanc de Noirs ist sehr frisch und fruchtig», sagt Breutner.

Was ein guter Wein ist, das bleibt laut Büscher aber nach wie vor in erster Linie eine Geschmackssache. «Vielen schmeckt allerdings ein trockener Weißwein anfangs nicht, weshalb für Einsteiger eher ein halbtrockener zu empfehlen ist.» Im nächsten Schritt sollte man sich dann überlegen, welche Geschmacksrichtung man bevorzugt: «Wer es eher mild mag, für den kommt vielleicht ein Burgunder infrage», sagt er. Wer es eher spritzig und mit Fruchtsäure mag, nimmt einen Riesling.

Weißwein ist aber nicht nur zum Trinken da. Auch in der Küche kann man ihn bestens einsetzen. Für Wolfgang Stein vom Verband der Köche Deutschlands in Frankfurt/Main ist die Verwendung gerade bei Fisch- und hellen Fleischsoßen unerlässlich: «Für den Grundfond sollte man auf einen neutralen Wein wie einen trockenen Riesling zurückgreifen.»

Die Zubereitung der Soßen selbst erfolgt dann je nach Gericht zum Beispiel mit einem Chardonnay. Süße Weißweine eignen sich für die Zubereitung von Desserts wie Traubengelees oder Sorbets. Entscheidend ist auch beim Kochen die Qualität. Wer billige Ware kauft, bekomme kein gescheites Ergebnis, sagt Stein. «Deshalb sollte gelten: Nur den Wein, den man trinkt, auch beim Kochen verwenden.»

Deutsches Weininstitut: www.deutscheweine.de

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Leben : Essen und Trinken

Getrocknete Kräuter müssen beim Anfassen rascheln

Bonn (dpa/tmn) Wer frische Kräuter auf dem Fensterbrett oder Balkon züchtet, kann nicht immer alle frisch verbrauchen. Dann kann man sie trocknen - am besten in Bündeln. Tipps dazu gibt der Verbraucherinformationsdienst aid.mehr...

Leben : Essen und Trinken

Zu Milcheis oder im Chutney: Fünf Tipps für Stachelbeeren

Bonn (dpa/tmn) Einige sind saurer als andere, wirklich süß werden sie aber nie. Deshalb sind Stachelbeeren in der Küche eine Herausforderung. Für Köche gibt es hier fünf Tipps, wie sie die sauren Früchtchen verarbeiten können.mehr...

Leben : Essen und Trinken

Selbst angebaute Kartoffeln trotz schwarzer Pünktchen essbar

Bad Kreuznach (dpa/tmn) So mancher Hobbygärtner hat sich schon über die schwarzen Pünktchen auf seinen Kartoffeln gewundert. Aussortiert werden müssen die Knollen mit Makel jedoch nicht - sie können mitgegessen werden.mehr...

Leben : Essen und Trinken

Junge Brennnesselblätter schmecken als Pesto

Bonn (dpa/tmn) In Ziergärten sind Brennnesseln den Besitzern meist ein Ärgernis, in Nutzgärten dagegen gern gesehen. Denn das als Unkraut verschriene Gewächs lässt sich gut für einen Wildkräutersalat, für ein Pesto oder als Gemüsebeilage verwenden.mehr...

Leben : Essen und Trinken

Brokkoli-Aroma mit Weißwein oder Zitronensaft intensivieren

Bonn (dpa/tmn) Brokkoli ist gesund und vielseitig einsetzbar. Mit dem Gemüse lässt sich eine Suppe zubereiten, man kann es als Wok-Gemüse oder für Salat nutzen. Besonders aromatisch schmeckt Brokkoli, wenn man ihn mit Weißwein oder Zitronensaft beträufelt.mehr...