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Abstimmungen bei Öffentlich-Rechtlichen

Weitere Sender geben Manipulationen zu

Berlin Immer mehr öffentlich-rechtliche Sender geben Anpassungen bei ihren Online-Abstimmungen zu. Erst sorgten die Manipulationen bei ZDF und NDR für Furore. Nun haben der WDR und zwei weitere Sender zugegeben, dass es Unregelmäßigkeiten bei den Votings gab.

Weitere Sender geben Manipulationen zu

Der WDR gibt Unregelmäßigkeiten bei Abstimmungen zu.

Beim WDR kam es laut eigenen Angaben bei zehn von insgesamt 111 Sendungen zu Eingriffen in das Online-Voting. So wurden Forschungsinstitute für weitere Umfragen beauftragt, wenn nicht genug Menschen ihre Stimme abgaben, es wurden Anpassungen bei gleicher Stimmanzahl vorgenommen oder wenn eine Stimmabgabe merkwürdig erschien. Das passierte beispielsweise bei der Sendung "Die beliebtesten Fußballvereine aus NRW". Als der Münsteraner Fußballclub SC Preußen mit "einer außergewöhnlich großen Häufung der Stimmen" am BVB und Schalke 04 vorbeizog, wurde eine neue Umfrage bei einem Forschungsinstitut in Auftrag gegeben.

Dortmund Fußballvereine, Städte, Bauwerke – auch die dritten Programme der Öffentlich-Rechtlichen haben in ihren Rankings-Shows manipuliert. Müssen die Sender nun um ihre Glaubwürdigkeit fürchten? Noch nicht, sagt Holger Wormer, Professor für Wissenschaftsjournalismus von der TU Dortmund. Aber sie sollten sich wieder vermehrt ihren eigentlich Aufgaben widmen: dem Informations- und Bildungsauftrag, sagt Wormer.mehr...

Anpassungen gab es jedoch nicht nur beim WDR. Auch der Hessische Rundfunk und der Rundfunk Berlin Brandenburg gaben am Dienstag an, auf Unregelmäßigkeiten bei den Votings gestoßen zu sein. Beim HR gab es von 2011 bis 2014 insgesamt 29 Ranking Shows.  Bei 16 davon habe es Online-Abstimmungen gegeben. Bei drei Votings sei in die Reihenfolge eingegriffen worden, ohne dass dies kenntlich gemacht worden sei. Der RBB sprach am Dienstag von zwei Änderungen in fünf Jahren. Auch hier wurde bei zwei Sendungen die Reihenfolge verändert.

Köln Nach den Manipulationen beim ZDF räumt nun auch der WDR ein, seine Online-Votings beeinflusst zu haben. Abstimmungen wurden angepasst und zusätzliche Meinungsbefragungen in Auftrag gegeben. Eingegriffen hat der WDR beispielsweise als Preußen Münster auf der Beliebtheitsskala vor dem BVB und Schalke 04 lag.mehr...

WDR und HR bedauern die fehlende Transparenz. "Obwohl es sich hier eindeutig um journalistisch begründete Korrekturen am Voting handelte, hätten diese dem Publikum gegenüber transparent gemacht werden müssen", gibt der WDR zu und bedauert "dieses Versäumnis ausdrücklich."

Allerdings gibt HR-Intendant Helmut Reitze zu bedenken, dass ein Vergleich mit den Manipulationen beim ZDF zu weit gehen würde: "Der hr kann ausschließen, dass es einen vergleichbaren Fall wie beim ZDF gibt, da bei der Erstellung von Rankings nicht mit Meinungsforschungsinstituten zusammengearbeitet oder ein Anspruch auf Repräsentativität der Umfragen erhoben wurde."  Doch wie gehen die Sender in Zukunft mit Online-Votings um? Beim WDR arbeite man an neuen Konzepten, Auswahlinstrumenten und Kriterien für die Ranking-Sendereihen, heißt es. Im HR soll es klare Leitfaden und Transparenzregeln im Umgang mit Online-Abstimmungen geben. Der RBB nimmt seine beiden betroffenen Sendungen zunächst aus der Mediathek und will sie nicht weiter ausstrahlen. Einen Ausblick auf Änderungen gibt es aber nicht. Heiner Heller, Programmbereichsleiter im RBB lässt nur verlauten: „Wenn wir das Publikum abstimmen lassen, muss das Ergebnis gelten."

 

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