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Weltbild wird nicht verkauft

Augsburg (dpa) Die Verlagsgruppe Weltbild wird nicht verkauft, sondern von der katholischen Kirche in eine gemeinnützige Stiftung umgewandelt. Das sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung des Augsburger Verlags, Carel Halff, am Mittwoch und bestätigte damit einen Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».

Die Gesellschafterversammlung habe am Dienstag beschlossen, dass sämtliche Anteile der Weltbild-Gruppe ohne Verkaufserlös in eine neu zu gründende Stiftung eingebracht werden sollen. «Für alle Mitarbeiter ist das eine gute Perspektive, denn nichts ist so auf Dauer angelegt wie eine Stiftung», sagte Halff. «Die Entscheidung freut auch das Unternehmen.»

Mit der Entscheidung für eine Stiftung gaben die Gesellschafter ihren Beschluss vom November auf, die Verlagsgruppe zu verkaufen. Damals hielten sie es nach massivem innerkirchlichen Druck für ihre Pflicht, sich von einem Unternehmen zu trennen, das erotische und esoterische Titel im Angebot hatte. «Es geht nicht, dass wir in der Woche damit Geld verdienen, wogegen wir sonntags predigen», hatte damals unter anderen Kardinal Joachim Meisner aus Köln gewettert.

Nach Meinung von Kirchenexperten befeuerte auch Papst Benedikt XVI. die Entscheidung zum Verkauf. Die Gesellschafter enthoben damals drei Aufsichtsräte ihres Amtes und nahmen die Geschäftsführer an die kurze Leine.

Gesellschafter des Verlags sind zwölf katholische Diözesen, der Verband der Diözesen Deutschlands und die Soldatenseelsorge Berlin. Die neue kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts, deren Unternehmensform eine GmbH bleibe, solle gemeinnützige, kulturelle und kirchliche Ziele verfolgen und keine Gewinne ausschütten, berichtete der Verlag.

Das Unternehmen mit etwa 6400 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt mehr als 1,6 Milliarden Euro zählt zu den größten Buchhändlern Deutschlands und ist unter anderem an einem Internet-Buchhandel, einem Verlag und den Filialen der Buchkette Hugendubel beteiligt.

Die Umsetzung wird laut Weltbild einige Monate dauern, viele Einzelheiten müssten noch geklärt werden. Alle Anteilseigener seien große Körperschaften und die Umwandlung daher sehr aufwendig.

Weltbild

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