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Weltenbummler Ekdahl du Rietz kehrt zu zurück

Mannheim. Mit nur 27 Jahren beendet Kim Ekdahl du Rietz im Sommer 2017 seine Handball-Karriere. Neun Monate später folgt der Schwede dem Hilferuf seines alten Vereins und tauscht das süße Leben noch einmal gegen den Leistungssport ein.

Weltenbummler Ekdahl du Rietz kehrt zu zurück

Kim Ekdahl du Rietz kehrt zu den Rhein-Neckar Löwen zurück. Foto: Uwe Anspach

Von der Weltreise zurück aufs Handball-Parkett: Globetrotter Kim Ekdahl du Rietz kehrt für seine alte Liebe aus dem sportlichen Ruhestand zurück und verstärkt bis zum Saisonende den deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen.

„Ich kann es kaum glauben, dass ich wieder in dieser Halle bin. Das ist wie ein Traum, total surreal“, sagte der Weltklasse-Rückraumspieler bei seiner offiziellen Vorstellung in Mannheim. „Ich liebe diese Mannschaft, den Verein und die Fans.“

Nach einem Trip über vier Kontinente, bei dem er Abstand vom Sport gewann, folgte der 28 Jahre alte Schwede dem Hilferuf des von Verletzungsausfällen gebeutelten Bundesliga-Tabellenführers. „Ich freue mich, dass Kim in die Löwen-Familie zurückkehrt, um uns in den nächsten drei Monaten im Kampf um drei Titel zu unterstützen“, sagte Geschäftsführerin Jennifer Kettemann.

Rückblende: Im Sommer beendet Ekdahl du Rietz mit nur 27 Jahren seine Karriere, weil er keine Lust mehr auf Profisport verspürt. Fortan erkundet er die Welt. „Ich bin ein bisschen rumgekommen“, berichtete er am Freitag.

Das ist leicht untertrieben. Dem Sommer in Schweden folgte eine kleine Europa-Tournee durch Deutschland, die Schweiz und Frankreich. Danach ging es nach Afrika mit Stationen in Senegal, Sambia, Liberia, Marokko. Nach vier Wochen in den USA auf dem Rückweg schnell noch Lissabon angeschaut, später Neuseeland und Australien erkundet und im Januar bei der EM in Kroatien vorbeigeschaut. Von Zagreb ging es dann mit dem Bus nach Bordeaux via Ljubljana, Verona, Mailand, Turin und Lyon. „Und jetzt bin ich hier“, sagte Ekdahl du Rietz mit einem verschmitzten Lächeln.

Statt Entspannung in der Sonne heißt es nun Schwitzen in der Halle. Dennoch zögerte er keinen Moment, als ihn sein alter Verein nach der Verletzung von Abwehrchef Gedeón Guardiola kontaktierte. „Es waren neun fantastische Monate“, sagte Ekdahl du Rietz. „Aber jetzt für drei Monate hier zu sein, ist auch ein schönes Abenteuer. Ich habe den Handball nicht vermisst, aber die Handball-Familie.“

Sein erstes Spiel für die Löwen wird Ekdahl du Rietz, dessen bis Saisonende laufender Vertrag nur ruhte, am kommenden Dienstag im Pokal-Viertelfinale gegen den SC DHfK Leipzig vor heimischer Kulisse bestreiten. „Im Idealfall übernimmt er sofort die Rolle, die er vorher bei uns innehatte“, sagte Teammanager Oliver Roggisch. „Er ist nicht nur als Sportler wichtig, sondern auch als Typ. Er bringt immer gute Laune. Die Jungs freuen sich tierisch auf ihn.“

Im bedeutungslosen letzten Gruppenspiel der Champions League an diesem Samstag gegen HBC Nantes muss Ekdahl du Rietz noch zuschauen, ab der K.o.-Phase darf er dann auch in der Königsklasse eingesetzt werden. „Es ist keine Frage, dass er für uns eine große Verstärkung ist“, sagte Löwen-Regisseur Andy Schmid am Donnerstag nach dem 35:24-Sieg bei GWD Minden, durch den der Meister die Bundesliga-Tabellenführung zurückeroberte.

Die Handball-Fans dürfen sich auf die Rückkehr nicht nur eines Klasse-Handballers, sondern auch eines außergewöhnlichen Menschen freuen. „Ich werde mein Gehalt für die kommenden drei Monate spenden“, kündigte Ekdahl du Rietz an und erhielt dafür ein Extra-Lob von Roggisch: „Riesenrespekt dafür. So etwas sieht man im Sport ganz, ganz selten.“

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