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Weniger als 2,5 Millionen Arbeitslose im März

Nürnberg. Da mag es in manchen Chefetagen wegen der US-Handelspolitik sorgenvolle Blicke geben - auf dem Arbeitsmarkt ist von der wachsenden Skepsis mancher Firmenvorstände derzeit noch nichts zu spüren.

Weniger als 2,5 Millionen Arbeitslose im März

Die Arbeitslosigkeit sinkt weiter. Foto: David-Wolfgang Ebener

Job-Boom und kein Ende - und das trotz weltwirtschaftlicher Turbulenzen: Ein unerwartet starker Frühjahrsaufschwung hat die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im März auf ein neues Rekordtief sinken lassen.

Mit 2,458 Millionen rutschte die Zahl der erwerbslosen Männer und Frauen zum Ende des Winters auf den niedrigsten März-Stand seit der deutschen Wiedervereinigung.

Das sind 88 000 Arbeitslose weniger als im Februar und sogar 204 000 weniger als vor einem im Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 5,5 Prozent. Auch ohne die im März stark ausgeprägten Saisoneffekte wäre die März-Arbeitslosigkeit gesunken - allerdings nur um 19 000.

Und geht es nach Bundesagentur-Chef Detlef Scheele, ist damit das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht: Er rechnet trotz der schwer abschätzbaren Folgen des Handelsstreits mit den USA mit weiter kräftig sinkenden Arbeitslosenzahlen.

„Wir werden uns in den nächsten Monaten der Zwei-Millionen-Marke nähern. Sollten wir einen starken Frühjahrs- und Herbstaufschwung haben, könnte die Arbeitslosigkeit im Jahresverlauf auf bis zu 2,1 Millionen sinken“, sagte Scheele. Er sehe derzeit keinen Anlass, an seiner Prognose von 2,3 Millionen Jobsuchern im Jahresdurchschnitt 2018 zu zweifeln, unterstrich der Behördenchef.

Der Einschätzung schloss sich auch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) an. Eine Forscherin der Denkfabrik der Bundesagentur sagte der dpa, solange die US-Strafzölle nur Stahl und Aluminium-Lieferungen betreffen, habe das zwar für die entsprechenden Branchen Folgen. Die vergleichsweise geringe Größenordnung solcher Exporte hätten hingegen gesamtwirtschaftlich kaum Auswirkungen und dürften daher auch den deutschen Arbeitsmarkt kaum tangieren.

Von der anhaltend guten Konjunktur profitieren nach Scheeles Beobachtung inzwischen auch immer mehr Langzeitarbeitslose. Hatte ihre Zahl lange Zeit um die Eine-Million-Marke gependelt, liege sie inzwischen bei 845 000 (Stand März). „Monatlich sinkt die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Schnitt um 10 000“, sagte Scheele. Sollte sich die positive Entwicklung fortsetzen, könnte die Zahl im Laufe des Jahres auf bis 800 000 sinken.

Für weitere Erfolge braucht es nach seiner Überzeugung allerdings neben einer stärkeren Entbürokratisierung auch ein „Ende der strukturellen Unterfinanzierung der Jobcenter“. Denn die Hilfen für langzeitarbeitslose Hartz-IV-Bezieher litten darunter, dass ein immer größerer Teil des seit 2013 eingefrorenen Jobcenter-Etats des Bundes in die Jobcenter-Verwaltung fließe, statt in konkrete Förderprojekte.

Auf einem etwa gleichbleibenden Niveau entwickelt sich derzeit die Flüchtlingsarbeitslosigkeit. Mit 177 000 gibt es genauso viele erwerbslose Asylsuchende wie vor einem Jahr.

Zählt man allerdings aber noch jene hinzu, die noch in Sprach- und Integrationskursen oder in berufsvorbereitenden Kursen auf den Alltag und das Arbeitsleben in Deutschland vorbereitet werden, liegt die Zahl der arbeitssuchenden Flüchtlinge bei kaum veränderten 474 000. Weitere 211 000 Flüchtlinge hatten im Januar einen Job, das sind 61 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Dass die deutsche Wirtschaft weiter ein Jobmotor bleibt, der immer neue Stellen schafft, zeigt nach BA-Einschätzung die Beschäftigtenstatistik: Nach Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes lag die Zahl der Erwerbstätigen im Februar bei 44,32 Millionen - das ist saisonbereinigt ein Plus von 45 000 im Vergleich zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 618 000 Erwerbstätige mehr.

Die Zahl regulärer Jobs, die wegen ihrer Sozialversicherungspflicht eine wichtige Säule des deutschen Sozialsystems bilden, lag nach BA-Hochrechnungen zuletzt im Januar bei 32,47 Millionen - einem saisonbereinigten Plus von 89 000 im Vergleich zum Dezember. Im Vergleich zum Januar 2017 wuchs damit die Zahl solcher Stellen um 762 000. Für dieses Jahr rechnen die IAB-Arbeitsmarktforscher mit der Schaffung weiterer 755 000 Stellen.

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