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CiteeCar-Manager im Interview

"Wenn die Autos knapp werden sollten, bringen wir mehr"

Dortmund Heiko Barnerßoi ist Marketing Manager Deutschland bei CiteeCar. Im Interview verrät er, warum sich CiteeCar für das "echte" Carsharing-System - also das stationäre - und gegen das Free-Floating-System entschieden hat und wie die Perspektiven für das Ruhrgebiet aussehen.

"Wenn die Autos knapp werden sollten, bringen wir mehr"

Heiko Barnerßoi von CiteeCar.

Seit wann sind Sie im Ruhrgebiet und speziell in Dortmund vertreten? 

Barnerßoi: CiteeCar ist seit September 2014 im Ruhrgebiet aktiv. Angefangen haben wir in den Städten Dortmund, Bochum, Essen und Gelsenkirchen. Im Dezember haben wir die Flotte um weitere Fahrzeuge in Bottrop, Herten und Recklinghausen ergänzt – auf nun insgesamt 150 Fahrzeuge im Ruhrgebiet. Darüber hinaus sind wir mit CiteeCar in Berlin, Hamburg, München und Frankfurt am Main mit insgesamt 750 Fahrzeugen am Start.

Wie hoch sind die Nutzerzahlen seitdem?

Barnerßoi: Tendenz steigend! Wir wachsen sehr gesund in allen Regionen und sind sehr zufrieden mit der Entwicklung im Ruhrgebiet: Die Nachfrage ist groß und es begeistern sich immer mehr Menschen für unser Low-Cost-Carsharing. Die 150 CiteeCars sind gut ausgelastet und wir sind zuversichtlich, dass sich der positive Trend weiter fortsetzt. Die Menschen im Ruhrgebiet haben moderne Mobilität verstanden, das freut uns am Meisten. Es gibt aber natürlich noch genug Kapazität für mehr Kunden und wenn die Autos knapp werden sollten, bringen wir mehr davon.

Glauben Sie daran, dass Car-Sharing im Ruhrgebiet zu einem Erfolg werden kann?

Barnerßoi: Natürlich glauben wir an einen Erfolg von Carsharing im Ruhrgebiet und wie gerade schon erwähnt: Die Menschen nehmen es an und haben es verstanden! Wie in anderen Ballungsräumen auch sind im Ruhrgebiet viele Menschen jeden Tag auf der Suche nach mobiler Flexibilität zu fairen Preisen. Ich kann viele Strecken zu Fuß oder mit dem Rad oder sonst wie erledigen. Aber manchmal muss es eben ein Auto sein. Und bei CiteeCar gibt es keine monatlichen oder jährlichen Gebühren; der Kunde zahlt immer nur so viel Auto, wie er auch tatsächlich nutzt – ab 1 Euro pro Stunde und 22 Cent pro Kilometer.

Warum glauben Sie, ist Ihr stationäres "Host"-System das Richtige?

Barnerßoi: Neben dem günstigen und flexiblen Tarifmodell zeichnet CiteeCar auch das einzigartige „Host“-Konzept aus. Damit sind wir weder klassisch stationsbasiert noch Freefloat. Wir haben vielmehr das mehr als 60 Jahre alte, echte (stationäre) Carsharing genommen und besser gemacht. Das stadtfreundliche Carsharing-Konzept von CiteeCar spart Kosten und Ressourcen, denn wir nutzen bereits vorhandene Kapazitäten. CiteeCars stehen auf öffentlichen, privaten oder gewerblichen Parkplätzen, die von Hosts zur Verfügung gestellt oder betreut werden. Diese Autopaten erhalten von CiteeCar Freifahrtkontingente und Vorteile bei der Versicherung, sodass sie praktisch ein Gratisauto direkt vor der Tür haben. 

Haben Sie auch über das Floating-System im Ruhrgebiet nachgedacht?

Barnerßoi: Über ein Freefloating-System haben wir deshalb nie nachgedacht, weil das umweltfreundliche Host-Konzept zur CiteeCar-DNA gehört. Zwei Überlegungen liegen unserem Ansatz zugrunde: Erstens wollen wir Verlässlichkeit anbieten, also garantierte Autos wenn ich sie brauche. Und zweitens sehen wir keinen Sinn darin, die Straßen und Städte mit riesigen Flotten zusätzlich zu belasten. Wir denken, dass es besser ist, wenn die CiteeCars genau dort stehen, wo sie gebraucht werden – direkt in der Nachbarschaft. Durch die Zusammenarbeit mit unseren Hosts ist das möglich.

Der öffentliche Nahverkehr im Ruhrgebiet ist ausbaufähig – ist das ein Vor- oder ein Nachteil für Car-Sharing-Firmen wie Ihre?

Barnerßoi: Grundsätzlich funktioniert Carsharing immer dann sehr gut, wenn es guten ÖPNV gibt. Ich bin zu selten im Ruhrgebiet, um zu beurteilen, ob er hier sehr gut oder nur gut ausgebaut ist. Wir arbeiten im Ruhrgebiet allerdings mit den Städten, dem VRR und den lokalen Verkehrsbetrieben wie DSW21 zusammen und wissen darum, dass sie fortschrittlich denken und arbeiten. Fakt ist aber, dass Carsharing Ergänzung zum Öffentlichen Nahverkehr ist und nicht Ersatz. Wenn es für die Menschen dann weniger Anlass gibt, sich einen Privatwagen anzuschaffen und genug Alternativen vorhanden sind, profitieren beide Systeme.

Werden Sie weiter ins Ruhrgebiet investieren?

Barnerßoi: Der Start im Ruhrgebiet verlief sehr vielversprechend und die Zeichen stehen auch weiterhin auf Wachstum. In Abhängigkeit der Nutzung und Auslastung unserer Fahrzeuge werden wir unser Angebot natürlich ausbauen. Aktuell gibt es jedoch keine konkreten Pläne.

Ist ein eigenes Auto nötig?

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