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Diagnose Rheuma

Wenn die Gelenke schon beim Aufwachen schmerzen

Schwellungen, Schmerzen, steife Gelenke: Rund 800 000 Deutsche leiden an rheumatoider Arthritis, einer Form des Rheumas. Die chronische Gelenkentzündung trifft vor allem Frauen in der zweiten Lebenshälfte, doch auch Kinder und junge Erwachsene sind betroffen. Fragen und Antworten zum Thema.

Wenn die Gelenke schon beim Aufwachen schmerzen

Schmerzen in den Gelenken: Bei diesem Patienten wird untersucht, ob er zu den 800 000 Menschen in Deutschland zählt, die an rheumatoider Arthritis leiden.

Was passiert im Körper?

Mediziner gehen derzeit davon aus, dass es sich um eine Autoimmunkrankheit handelt, Betroffene also unter einer Störung des Immunsystems leiden: Das Immunsystem dieser Patienten sieht körpereigene Substanzen im Bereich der Gelenke als fremd an. Die Folge ist eine dauerhafte Entzündung der betroffenen Bereiche und daraus resultierende Gelenkzerstörung.

Welche Symptome weisen auf entzündliches Gelenkrheuma hin?

Typisch ist vor allem ein sich wiederholender Tagesrhythmus der Beschwerden, erklärt Prof. Michael Hammer, Chefarzt der Klinik für Rheumatologie am St. Josef-Stift Sendenhorst. „Die Patienten wachen in der zweiten Nachthälfte oder morgens früh mit Beschwerden auf: Die Gelenke schmerzen, sie sind geschwollen, dazu kommt eine ausgeprägte Morgensteifigkeit.“ Meist trete im Laufe des Tages eine Besserung ein – bis sich die Symptome gegen Abend wieder verschlimmerten. „Die Gelenke sind teilweise gerötet, sie fühlen sich eher weich an.“

Wer ist der richtige Ansprechpartner, um einem Anfangsverdacht nachzugehen?

Am besten sollte zunächst der Hausarzt die Gelenke untersuchen, sagt Prof. Hammer, der auch die Rheuma-Liga NRW seit über 15 Jahren medizinisch berät. „Er kann außerdem aus einer Blutuntersuchung erste wichtige Rückschlüsse ziehen.“ Bestätigt der Arzt den Verdacht, sollte er den Patienten zu einem Rheumatologen überweisen und dort am besten direkt einen Notfalltermin vereinbaren. Denn die Experten sind sehr gefragt und haben oft lange Wartelisten. Der Rheumatologe wird den Patienten dann erneut ausgiebig untersuchen, „er kann sich häufig schon aus der Schilderung der Beschwerden ein sehr genaues Bild machen“.

Wie wird die Krankheit behandelt?

Wichtigster Baustein ist die Einnahme von Medikamenten. Dabei kommt meist der Wirkstoff Methotrexat zum Einsatz, der ursprünglich aus der Krebstherapie stammt. Allerdings erzielt dieses Medikament nicht bei jedem Patienten eine ausreichende Wirkung, weiß Prof. Hammer. „Dann nutzen wir weitere Arzneimittel in Kombination mit Methotrexat.“ Das können beispielsweise Biologika – gentechnisch hergestellte Eiweißstoffe – sein. Teilweise erhalten Patienten am Anfang zusätzlich Cortison, in möglichst geringer Dosierung. Dieser Wirkstoff kann auch in entzündete Gelenke gespritzt werden.

Ziel jeder Behandlung ist es, die Krankheit zum Stillstand zu bringen – eine sogenannte Remission zu erzielen. „Je früher wir dieses Ziel erreichen, desto größer sind die Chancen, eine Zerstörung der Gelenke zu vermeiden.“ Dazu sei es wichtig, möglichst schon in den ersten Wochen nach Auftreten der Symptome die Diagnose zu stellen – und anschließend die bestmögliche Therapie für den jeweiligen Patienten zu finden. „In vielen Fällen macht es Sinn, das stationär in einer Fachklinik zu machen“, sagt Prof. Hammer. Denn gerade in den ersten Wochen sollte die Therapie intensiv sein, um die Krankheit in den Griff zu bekommen, sagt der Experte.

Was können Patienten selber tun, damit es ihnen besser geht?

In erster Linie sollten sie sich und ihr Krankheitsbild verstehen, sagt Prof. Hammer. „Wenn sie über ihr Rheuma und die Therapie Bescheid wissen, ist das schon die halbe Miete.“ Außerdem ist Sport wichtig – auch wenn viele Patienten aus Angst vor noch mehr Schmerzen jede Bewegung vermeiden. „In der Krankengymnastik lernen sie, wie man die Gelenke gut trainieren kann.“ Sitzungen mit dem Ergotherapeuten zeigen Wege auf, auch bei der Arbeit bewusst mit der Krankheit umzugehen und die Gelenke nicht unnötig zu belasten. Und auch die Ernährung hat Einfluss auf das Wohlbefinden, weiß Hammer: „Ich empfehle den mediterranen Stil: nicht zu viel Fleisch, dafür lieber mehr Fisch, dazu gutes Öl mit Vitamin E und vielen ungesättigten Fettsäuren.“

Welche Risikofaktoren können die Entstehung von Rheuma begünstigen?

Grundsätzlich besteht eine genetische Veranlagung für Rheuma – wer also Betroffene in seiner Familie hat, trägt auch selbst ein höheres Risiko, zu erkranken. Allerdings braucht es weitere Faktoren von außen, damit die Krankheit tatsächlich auftritt. „Rauchen ist der wichtigste Faktor“, sagt Prof. Hammer. Raucher mit genetischer Vorbelastung hätten ein 20-fach höheres Risiko zu erkranken als Nichtraucher mit derselben Veranlagung. Doch auch eine dauerhafte Umweltbelastung, beispielsweise durch das Leben an einer stark befahrenen Straße, kann die Entstehung der Krankheit begünstigen – ebenso wie Übergewicht. 

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