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Nahrungsmittelallergien bei Kindern

Wenn es auf der Zunge brennt

Nahrungsmittelallergien sind für viele Erwachsene ein Stressthema. Bei Säuglingen und Kleinkindern sind sie vergleichsweise selten. Und doch gibt es einige typische Auslöser für allergische Reaktionen. Wie sich die Verursacher finden und vermeiden lassen.

Wenn es auf der Zunge brennt

Ein komisches Gefühl auf der Zunge? Das kann auf eine Lebensmittelallergie bei Kindern hinweisen.

Ein juckender Hautausschlag, Durchfall oder schnupfenähnliche Symptome: Das können Hinweise auf eine Nahrungsmittelallergie sein. Rund sechs bis acht Prozent der Kinder in Deutschland leiden darunter.

Im Säuglings- und Kleinkindalter sind die Auslöser für eine allergische Reaktion in bis zu 90 Prozent der Fälle Grundnahrungsmittel. Das Immunsystem reagiert dabei meist nur auf ein bis zwei unterschiedliche Lebensmittel. Als häufigste Auslöser gelten Kuhmilch, Hühnerei, Fisch, Soja, Weizen, Nüsse und Schalentiere wie zum Beispiel Shrimps. In der Regel verschwinden Allergien bis zum Schuleintritt wieder, oder sie werden (leider) durch andere abgelöst. Vorbeugend empfehlen Kinderärzte, Säuglinge vier Monate ausschließlich zu stillen und erst danach mit der Einführung der Beikost zu beginnen.

Kuhmilch, Ei und Weizen

Auch wenn es „klassische“ Allergie-Auslöser wie Kuhmilch, Ei und Weizen gibt, sollten Eltern nicht den Schluss daraus ziehen, präventiv Diäten umzusetzen oder einzelne Lebensmittel ohne Rücksprache mit dem Kinderarzt wegzulassen. Werden pauschal Nahrungsmittel verboten, wird es schwierig, ein Kind mit allen nötigen Nährstoffen zu versorgen. Und es bekommt im Kindergarten eine unnötige Sonderrolle, wenn ohne Not Milch, Weizen oder Zucker gestrichen werden.

Vielfältige Anzeichen

Die Symptome einer Nahrungsmittelallergie können ganz unterschiedlich stark sein: Sie reichen von harmlosem Halskratzen bis zu schweren Durchfallattacken. Bei Kindern können an den Organen folgende Symptome auftreten:

› Haut: Juckreiz, Ekzem (Neurodermitis), Nesselsucht, Rötungen › Mund: Schwellungen und Brennen an Lippen, Zunge und Hals › Nase: Schwellungen, Niesen, Schnupfen › Atemwege: Husten, Asthma › Magen-Darm-Trakt: Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung

Bei Säuglingen gibt es noch weitere Hinweise: Verzögerungen des Wachstums, frühzeitige Sättigung, häufiges Wegdrehen des Kopfes und Schreien beim Füttern sowie die Verweigerung der Flasche.

Die Suche nach den Ursachen erfordert von Eltern und Kindern einiges an Geduld und Zeit. Sechs typische Schritte können wie folgt aussehen:

› Beobachten Sie Ihr Kind genau und fragen Sie es – wenn es seine Sprachentwicklung schon zulässt – nach den Beschwerden. Treten die Symptome immer direkt oder wenige Stunden nach dem Essen bestimmter Lebensmittel auf, berichten Sie diese Beobachtung dem Kinderarzt. Problem: Es können auch 24 bis 48 Stunden nach dem Essen Reaktionen erfolgen.

› Schreiben Sie in Form eines Tagesbuchs zwei bis vier Wochen lang genau auf, was das Kind isst und trinkt und welche Beschwerden es hat. Im Arztgespräch sollten Sie zudem angeben, welche bekannten Allergien in der Familie bereits vorliegen.

› Ein Allergologe sollte dann die gängigen Haut- und Bluttests bei Ihrem Kind durchführen.

› Stellen sich bei den Tests ein oder mehrere Lebensmittel als Allergieauslöser heraus, sollten diese für die Dauer von sieben bis 14 Tagen aus dem Speiseplan gestrichen werden. Dies ist nicht immer einfach – lassen Sie sich von einer spezialisierten Ernährungsfachkraft beraten.

› Nach dieser kurzen Diät darf das Kind unter ärztlicher Aufsicht das verdächtigte Lebensmittel noch einmal essen beziehungsweise trinken. Erst auf diese Weise lässt sich die auf den Blut- oder Hauttests beruhende Vermutung absichern.

› Wenn nach der erneuten Gabe des Lebensmittels wieder Symptome auftreten, sollte dieses zunächst für ein Jahr konsequent gemieden werden. Danach kann der Arzt erneut testen. Zeigen sich nach dem Verzehr des Lebensmittels dann keine Symptome mehr, muss die spezielle Diät nicht mehr fortgeführt werden.

Wenn der Übeltäter erkannt wurde

Das Einkaufen für eine spezielle Ernährung kann am Anfang eine echte Umstellung sein. Aber wenn Sie erst einmal alle Produkte, die für Ihr Kind geeignet sind, unter Mithilfe des Arztes oder Diätspezialisten kennengelernt haben, kann der Speiseplan abwechslungsreich und lecker sein. Das Lesen von Verpackungs-Etiketten wird allerdings alltäglich. Ihr Diätspezialist kann Ihnen zudem eine vollständige Liste mit allen Bezeichnungen geben, die Sie meiden sollten.

Auf Lebensmittel-Etiketten müssen alle Zutaten und Zusätze angegeben werden, die häufig zu Allergien führen. Diese 14 Hauptallergene sind: Glutenhaltige Getreide (Weizen, Roggen, Gerste…), Krebstiere, Eier, Fisch, Erdnüsse, Soja, Milch und Milchprodukte (einschließlich Lactose), Schalenfrüchte (Mandeln, Haselnuss, Walnuss, Cashew, Pistazie), Sellerie, Senf, Sesamsamen, Schwefeldioxyd und Sulfite, Lupinen, Weichtiere.

Seit 2015 müssen auch bei lose angebotenen Waren diese Allergene gekennzeichnet sein – fragen Sie danach. Häufig vertragen Allergiker gegarte Lebensmittel übrigens besser als rohe. Gedünstete Äpfel, Karotten oder Haselnüsse gehören dazu. Auch Kuhmilch oder Hühnerei bekommen den Betroffenen in erhitzter Form oft besser. Mit der Zeit werden Sie so viel Wissen und Routine haben, dass Essen für Sie und Ihre Kinder wieder ein Lust- und nicht nur ein Stressthema ist. 


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