Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Wer auf Balkon Tauben füttert, riskiert seine Mietwohnung

Bonn. Grundsätzlich ist gegen tierliebe Mieter nichts einzuwenden. Kommt es dadurch jedoch zur Beeinträchtigung anderer Mietparteien, kann einer Räumungsklage stattgegeben werden, urteilte das Landgericht Bonn.

Wer auf Balkon Tauben füttert, riskiert seine Mietwohnung

Das Füttern von Tauben ist grundsätzlich nicht verboten. Entsteht dadurch allerdings eine Belastung für andere Mietparteien, ist eine Kündigung rechtens. Foto: Marius Becker

Weil sie immer wieder dutzende Stadttauben auf ihrem Balkon gefüttert hat, muss eine tierliebe Mieterin aus Bonn ihre Mietwohnung verlassen. Wie am Donnerstag mitgeteilt wurde, hat das dortige Amtsgericht der Räumungsklage des Vermieters des Mehrfamilienhauses stattgegeben.

Die Fütterung von Stadttauben, so die richterliche Begründung, sei sozial nicht mehr adäquat und für die Nachbarschaft unzumutbar: „Von diesen Tieren gehen Verschmutzungs- und Gesundheitsgefahren aus.“ (Az.: 204 C 204/17) Die Mieterin hatte neben ihren acht Brieftauben auch 80 Stadttauben gefüttert.

Die Frau, die seit 18 Jahren in dem Mehrfamilienhaus wohnt, hält seit fünf Jahren ihre Brieftauben in einer Voliere. Durch das zusätzliche Anfüttern des wildlebenden Gefieders wurden offensichtlich auch vermehrt Ratten angezogen, die sie zusätzlich mitversorgt haben soll.

Nachbarn hatten über Taubenkot und Federn in der Wäsche und auf den Balkonen geklagt, viele trauten sich wegen der angelockten Nager nicht mehr, Türen und Fenster zu öffnen. Einen weiteren Mieter störte nicht nur der Dreck, sondern auch die akustische Belästigung der unzähligen Flügelschläge bei An- und Abflug der Tauben.

Die Mieterin war im Juli 2017 zunächst aufgefordert worden, die Voliere abzubauen, das Füttern einzustellen und angesiedelte Ratten zu beseitigen. Als sie dem nicht nachkam, wurde ihr fristlos gekündigt. Da sie dennoch nicht auszog und die Kündigung berechtigt war, wurde jetzt die Räumung der Mieträume angeordnet.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Mietrecht

Kündigungssperrfrist beim Kauf einer vermieteten Wohnung

Berlin. Es ist auch der Kauf einer bereits vermieteten Wohnung möglich. Um sie selber zu nutzen, muss der neue Eigentümer dem Mieter zunächst kündigen. Allerdings gilt für ihn eine Sperrfrist - von mehreren Jahren.mehr...

Mietrecht

Untervermieter vermietet Wohnung unter: Kündigung rechtens

Berlin. Wer wohnt in der Wohnung. Diese Frage ist für Vermieter durchaus von Bedeutung. Daher kann ein Mieter seine Wohnung auch nicht einfach anderen überlassen. Zumindest nicht, wenn er den Vermieter davon nicht in Kenntnis setzt.mehr...

Mietrecht

Mieter darf nicht einfach Pavillon im Vorgarten aufstellen

Berlin. Mieter dürfen in der Wohnung oder dem Haus nicht so schalten und walten, wie sie wollen. Das gilt insbesondere dann, wenn sie bauliche Veränderungen vornehmen wollen.mehr...

Mietrecht

Austausch von altem Heizkessel nicht immer Modernisierung

Berlin. Ein Heizkessel sorgt in einem Mietshaus für die nötige Wärme. Blöd nur, wenn das Gerät nicht funktioniert und ausgetauscht werden muss. Wer trägt unter diesen Umständen die Kosten?mehr...

Mietrecht

Bei Eigentümerwechsel Miete an neuen Vermieter zahlen

Berlin. Ein Eigentümerwechsel weckt bei den meisten Mietern Unsicherheiten. Auch wenn das Mietverhältnis bestehen bleibt, sollten Mieter in der Übergangszeit besonders aufmerksam sein.mehr...

Mietrecht

Vermieter darf Kleintiere nicht pauschal verbieten

Recklinghausen. Viele Menschen halten ihre Hunde und Katzen in der Wohnung. Aber ist das mit jedem Mietvertrag vereinbar? Oder darf der Vermieter den Besitz von Haustieren auch untersagen?mehr...