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Wer hat Angst vor Google Street View?

Wir haben unter Dortmundern aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft nachgefragt, was sie von Google Street View halten und ob sie ihr Haus sperren lassen.
18.08.2010
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SPD-Parteichef Franz-Josef Drabig, zurzeit im Urlaub, hat sich »noch keinen Kopf darüber gemacht«. Nach seiner Meinung sollte Google Street View »sich auf Sehenswürdigkeiten und öffentliche Gebäude wie das Kolosseum in Rom oder das Dortmunder Rathaus beschränken.«
Steffen Kanitz, Kreisverbandsvorsitzender der CDU, hat für sich noch keine Entscheidung getroffen, ob das Haus, in dem er wohnt, überall auf der Welt betrachtet werden kann. Er sieht »aber auch keine grundsätzliche Veranlassung, dagegen vorzugehen. Es steht ohnehin im Internet auf meiner Homepage, wo ich wohne.«
Michael Kauch, Parteichef der FDP, überlegt noch, ob er sein Haus sperren lässt. Grundsätzlich hält er Google Street View für einen Service, der Vorteile bringt, wie z.B. bei der Hotelsuche. Ein Problem werde es erst, »wenn Leute ohne ihr Wissen fotografiert wurden und die Unkenntlichmachung des Gesichts nicht funktioniert.«
Horst Hanke-Lindemann, Fletch-Bizzel- und Spiegelzelt-Chef, sagt: »Wer vor Google Street View Angst hat, muss auch andere Techniken zurückdrehen, zum Beispiel das Zahlen mit Scheckkarte. Wir leben nun mal im elektronischen Zeitalter.«
Claudia Kokoschka, Leiterin des Kulturbüros: »Die Bedürfnisse des Menschen sind unterschiedlich. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er dagegen vorgehen will.« Sie selbst sehe Google Street View entspannt und halte die Gefahren, die an anderen Stellen vom Internet ausgehen, für größer.
Dr. Raphael Spieker von Spieker Immobilien: »Aus Sicht des Maklers sehe ich Google Street View kritisch, da viele ungefilterte Informationen transportiert werden, unter Umständen auch Dinge, die sich negativ auswirken könnten. Für Käufer ist das Angebot natürlich praktisch, Verkäufer aber wollen oft ihre Privatsphäre schützen.« Er selbst habe sich noch nicht entschieden. »Ein einfaches Reihenhaus würde ich vielleicht stehen lassen, um nicht unnötige Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Bei einem einsamen Anwesen ist das wieder etwas anderes.«
Dr. Winfried Materna vom gleichnamigen Softwarehaus hat seine private Adresse bereits sperren lassen. »Ich möchte nicht, dass die Straße, in der ich wohne, im Internet zu besichtigen ist.«
Ganz anders die Position von Anja Fischer, Geschäftsführerin von TRD-Reisen: »Ich bin absolut für Street View. Da ist ja nicht ständig eine Kamera, die mein Haus aufnimmt. Unsere Busfahrer können schon vor einer Fahrt die Strecke checken und sehen, wie eng eine Straße ist. Ich verstehe die ganze Aufregung gar nicht.«