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Wer ist Schuld an Sturz auf Bahnsteig?

Streit mit DSW21

Fußgroßes Loch: Weil Sieglinde Hoffmann im Juli auf dem Bahnsteig der U 47 in Aplerbeck stürzt, kann sie ihren linken Arm bis heute kaum heben. Die DSW21 sieht sich für den Unfall am Bahnsteig nicht in der Verantwortung. Eine Möglichkeit auf Schadensersatz könnte es für die 63-Jährige dennoch geben.

APLERBECK

, 05.10.2016
Wer ist Schuld an Sturz auf Bahnsteig?

Sieglinde Hoffmann auf dem Bahnsteig, wo der Unfall passierte. Die Endhaltestelle der U 47 in Aplerbeck.

Als Sieglinde Hoffmann am 6. Juli auf dem Bahnsteig stürzt, ist ihre linke Schulter so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass eine sofortige Operation folgen musste. Auch heute, fast drei Monate nach dem schweren Unfall, kann Sieglinde Hoffmann den Arm nicht mit eigener Kraft heben. Sie ist im Alltag derart eingeschränkt, dass sie noch auf fremde Hilfe angewiesen ist. Passiert ist die ganze Sache um 9.45 Uhr auf dem Bahnsteig der Endhaltestelle der U47 im Ortskern von Aplerbeck.

„Und deshalb sind wir auch der Meinung, dass die DSW21 für den Schaden aufkommen muss“, sagt ihr Mann Gerhard Hoffmann. Die Stadtwerke haben eine andere Meinung zu dem Fall, sie wären ihrer Verkehrssicherungspflicht nachgekommen, so ein Mitarbeiter auf nachfrage unserer Redaktion. „Jetzt sind wir auf der Suche nach Zeugen, die den Sturz meiner Frau gesehen haben“, sagt Gerhard Hoffmann.

Fußgroßes Loch auf dem Bahnsteig

Auslöser war ein Loch auf dem Bahnsteig. Rund um einen der dort aufgestellten Papierkörbe ist ein Bereich mit kleinen Steinen gepflastert. Das Problem – ein Teil dieser Steine fehlt, sodass sich ein fußgroßes Loch auf dem Bahnsteig auftat. Und genau das war der Auslöser für den schweren Sturz der Sieglinde Hoffmann. „Ich ging genau hinter meiner Frau und habe das Loch auch nicht gesehen“, sagt ein erboster Gerhard Hoffmann.

Die 63-Jährige kam aus dem Gleichgewicht, fiel zu Boden und hatte sofort starke Schmerzen. „Ich konnte meinen Arm überhaupt nicht mehr bewegen“, sagt Sieglinde Hoffmann rückblickend. Ihr Mann informierte sofort den Fahrer der U-Bahn, die sich am Haltepunkt befand und ging dann mit seiner Frau zu einer nahegelegenen Orthopädie-Praxis.

Ein Blick auf das Röntgenbild zeigte sofort die Schwere der Verletzung. Sieglinde Hoffman wurde ins Schwerte Marien-Krankenhaus gebracht und noch am selben Tag operiert. „Wir sind noch mit unserem Anwalt in Gesprächen, ob wir auf Schadensersatz klagen“, sagt Gerhard Hoffmann. Aus Sicht der DSW21 ist die Sachlage klar. Man bedaure den Unfall natürlich sehr, so ein Mitarbeiter der DSW21.

Keine Schuld vorzuwerfen

Und die Stadtwerke wünschen der Gestürzten auch alles Gute. Eine Schuld an dem Unfall habe man sich nicht vorzuwerfen, so die Stellungnahme. Die Haltestellen würden alle vier bis sechs Wochen auf ihren Zustand kontrolliert. Die Haltestelle in Aplerbeck war am 21. Juni dran. Also etwas über zwei Wochen vor dem Unfall. Über das Loch sei man nicht informiert gewesen. Weder die Reinigungskräfte noch einer der Fahrer habe die marode Stelle bemerkt.

Eine intensive Sichtprüfung alle vier bis sechs Wochen sei ausreichend, um der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen. Es sei auch so, dass man auch an Haltestellen selber auf schadhafte Stellen achten muss. In diesem Fall läge Selbstverschulden vor. Die DSW21 lehnen daher auch die Übernahme des Schadens der Sieglinde Hoffmann ab. Ob am Ende ein Gericht über die Schuldfrage entscheidet, hängt sicher auch davon ab, ob die Familie Hoffmann Zeugen für den schweren Sturz finden kann. 

Wer um den 6. Juli herum auf dem Bahnsteig im Aplerbecker Ortskern dieses Loch neben dem Mülleimer bemerkt hat oder aber auch den Sturz der Sieglinde Hoffmann bemerkt hat, der möchte sich bitte als Zeuge zur Verfügung stellen. Per Mail an den Anwalt der Familie Hoffmann: info@krekeler-rae.de. Stichwort : Hoffmann

 

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