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Wer krank ist, braucht nun viel Geduld

Wer krank ist, braucht nun viel Geduld

Viele junge Patienten müssen zum Kinderarzt. Das führt in Dortmund gerade zu langen Wartezeiten. Stadtweit gibt es 44 Kinderärzte, fast die Hälfte von ihnen ist über 60 Jahre alt. Foto DPA Foto: picture alliance / Patrick Pleul

Nein, freiwillig will da kein Kind und kein Jugendlicher hin. Statt beim Arzt zu sitzen, könnte man sich wunderbar mit Freunden treffen. Und selbst unliebsame Schulaufgaben tun nicht so weh wie eine drohende Spritze. Leider hält die Grippe alle weiter fest in ihrem Griff. Und so sind nicht nur die Praxen mit Ärzten für Erwachsene proppenvoll, sondern auch die, in denen sich Ärzte nur mit jungen Patienten beschäftigen. Das führt zu riesig langen Wartezeiten, weil täglich 100 kleine Patienten behandelt werden müssen und die meisten Ärzte keine neuen Erkrankten mehr annehmen können. Sie selbst arbeiten schon zehn Stunden täglich und noch länger. Und die Hälfte der Ärzte ist nicht mehr jung. 44 Kinderärzte praktizieren in Dortmund, fast die Hälfte von ihnen ist über 60 Jahre alt. Wenn sie eines Tages in Rente gehen, gibt es bisher nicht genügend Nachfolger für sie. Und wenn es neue junge Ärzte gibt, gehen sie in Krankenhäuser oder sie wollen dort keine Praxis übernehmen, wo es vom Umfeld her schwieriger ist als anderswo. Die Nordstadt mit ihren vielen sozialen Problemen gilt als schwieriges Umfeld, ebenso Scharnhorst und andere Stadtteile, in denen viele Menschen wohnen, die finanziell nicht auf Rosen gebettet sind. Oft sind aber gerade arme Menschen stärker von Krankheit betroffen als wohlhabendere. Auch, weil sie sich weniger zu helfen wissen als Menschen mit höherer Bildung. Die Lage in den Arztpraxen ist aktuell und noch auf absehbare Zeit also regelrecht verflixt. Wenigstens hört bald die Grippewelle auf, wenn es hoffentlich endlich dauerhaft Frühling wird und damit deutlich wärmer.

Ulrike Böhm-Heffels

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