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60-Minuten-Unterrichtsstunde bietet mehr Spielraum

Hauptschule am Windmühlenberg

Die Hauptschule am Windmühlenberg möchte ihren Unterricht umstellen: Statt 45 Minuten soll eine Schulstunde ab dem neuen Schuljahr 60 Minuten dauern. Das neue Zeitmodell hätte mehrere Vorteile.

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von Von Daniel Claeßen

, 13.06.2012
60-Minuten-Unterrichtsstunde bietet mehr Spielraum

Die Hauptschule am Windmühlenberg möchte ihre Unterrichtszeiten dem Biorhythmus der Kinder anpassen.

Ein entsprechender Beschluss der Schulkonferenz ist jedoch an den Elternwillen gebunden, der aktuell abgefragt wird. Schulleiter Hubertus Steiner begründet die Entscheidung mit dem neuen Unterrichtsprofil, das stärker auf die Ausbildung von Kompetenzen ausgerichtet ist: „Bei einer 45-Minuten-Stunde fehlt oft die Zeit, um die Ergebnisse der Schüler zu präsentieren und auszuwerten“, nennt Steiner ein Beispiel.

Auch sei die neue Taktung an den Biorhythmus der Kinder angepasst. „Sie sind morgens belastbarer als gegen Mittag“, so der Schulleiter. Heißt konkret: Der Schultag beginnt mit einem 120-Minuten-Block inklusive kleiner Pause. Danach folgt eine 25-Minuten-Pause, ehe es zwei weitere 60-Minuten-Blöcke, unterbrochen von einer größeren Pause, geben wird. „Die 60 Minuten selbst werden natürlich nicht ohne Unterbrechung unterrichtet“, erläutert Steiner weiter.Jeder Pädagoge sei vielmehr angehalten, den Unterricht durch Methoden wie Still- und Gruppenarbeit zu variieren. Ein Problem, das man ebenfalls durch die neue Taktung in den Griff bekommen möchte. Denn: „Ein Kind, das 45 Minuten still sitzt, gibt es heute auch nicht mehr.“ 60 Minuten böten hingegen wesentlich mehr Gestaltungsspielraum, gerade auch mit Blick auf individuelle Förderung und unterschiedliche Lern-Geschwindigkeiten sowie die Befürchtung der Eltern, Kinder mit Konzentrationsstörungen könnten im neuen Unterrichtsmodell untergehen.

Einen weiteren Vorwurf, es falle unterm Strich Unterrichtszeit weg, weist er zurück: „Wir haben derzeit pro Klasse 30 Wochenstunden à 45 Minuten.“ Die Gesamtzahl von 1350 Minuten habe man statt durch 45 durch 60 geteilt und eine Wochenstundenzahl von 22,5 erhalten, was 4,5 Zeitstunden pro Schultag ausmacht – genau so viel wie bei einem Schultag mit sechs 45-Minuten-Einheiten. „Es fällt also keine Minute weg, die Zeit ist nur angepasst.“ Hubertus Steiner verweist zudem auf das neue Schulzentrum: „Realschule und Sekundarschule werden ebenfalls mit diesem Zeitmodell unterrichten. Für die Integration in das neue Schulzentrum wäre es deshalb gut, wenn wir uns anpassen.“ Das letzte Wort, so Steiner, hätten aber nun die Eltern.

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