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Dreister Mietnomade: Fall in Werne war nicht der erste

WERNE Die Vermieter von Werner Ferienwohnungen sind alarmiert: Seit sich ein Mann weigert, aus der Ferienwohnung von Engelbert Reinecke auszuziehen, diskutiert man jetzt über ein Frühwarnsystem. Immer mehr Vermieter aus dem Kreis melden sich und berichten von ähnlichen Erfahrungen mit Herrn L.

von Von Daniel Claeßen

, 11.08.2008

"Herr L. hat zuvor bereits in drei anderen Wohnungen hier in der Stadt gelebt", berichtet Reinecke aus den Gesprächen mit anderen Vermietern.

Nach dem Bericht in unserer Zeitung stand das Telefon bei dem Rentner-Ehepaar nicht mehr still. "Selbst ein Taxifahrer hat sich gemeldet, der Herrn L. kennt." Viele Anrufer sprachen dem Vermieter Mut zu.

Polizei im Haus

So auch die Inhaberin des Hotels Siebenpfennigsknapp in Lünen, Maria Bielefeld. Dort lebte Herr L., bevor er nach Werne kam. Auf RN-Nachfrage erklärte die Gastwirtin: "Es gab viele Probleme. Vorher war alles ruhig, doch als Herr L. kam, hatten wir oft die Polizei im Haus."

Als er auszog, hinterließ Herr L. ein Schlachtfeld: "Wir mussten das Zimmer komplett neu renovieren. Die letzten Nächte hat er ebenfalls nicht bezahlt."

Da der Mieter unbekannt verzogen war, konnte Maria Bielefeld keine Anzeige erstatten. "Das hat sich jetzt geändert."

"Mit offenen Karten gespielt"

In Werne fand Herr L. zunächst bei Bärbel Niehüser eine Wohnung. Auch ihr fiel sein ungepflegtes Auftreten auf: "Aber er hat mit offenen Karten gespielt und gesagt, dass er arbeitslos sei." Für zwei Monate ließ sie ihn einziehen. "Danach habe ich ihm deutlich gemacht, dass wir neue Gäste erwarten und er raus muss."

"Der erste Eindruck hat nicht getäuscht"

Nach einigem Zögern verließ Herr L. tatsächlich die Wohnung. Auch die Miete zahlte er, so dass bis auf die Reinigungskosten kein Schaden entstand. "Man ist dennoch vorsichtiger geworden", sagt Bärbel Niehüser rückblickend. "Außerdem scheint es doch so zu sein, dass der erste Eindruck nicht täuscht."

Genau dieser Eindruck könnte nach Meinung von Engelbert Reinecke zukünftig helfen, um solche Fälle zu vermeiden. "Wenn irgendwo ein suspekter Mieter vorstellig wird, können andere Vermieter gewarnt werden", hofft der Rentner. Entsprechende Diskussionen habe es unter den Vermietern bereits gegeben.

Politik ist machtlos

Im Gegensatz zu seinen Vorgängern scheint Engelbert Reinecke bei Herrn L. weniger Erfolg zu haben: Eine gesetzte Frist von einem Monat ließ er kommentarlos verstreichen.

Der Vermieter greift deshalb zum letzten Mittel: "Der Antrag auf eine Räumungsklage ist gestellt."

Hilfe beim Stadtrat

Auch die Mitglieder des Stadtrates bat Reinecke um Unterstützung. "Ich will nichts dramatisieren, sondern einfach nur auf das Unrecht aufmerksam machen." Der SPD-Fraktionsvorsitzende Karl-Friedrich Ostholt drückte dem Vermieter sein Bedauern aus, machte aber auch klar: "Hier kann die Politik nichts machen."

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