Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Gegen Schmerzen: 52-jähriger Ex-Bergmann verteidigt den Anbau von Cannabis

Berufungsprozess

Ein Ex-Bergmann bangt nach erneutem Fund einer Marihuana-Plantage in seiner Wohnung um seine Freiheit. Der 52-Jährige beutert, dass er die Pflanzen als Schmerzmittel konsumieren müsse.

Werne

, 22.08.2018

Nach dem erneuten Fund einer Marihuana-Plantage in seiner Wohnung kämpft ein Ex-Bergmann (52) aus Werne seit Mittwoch am Dortmunder Landgericht um seine Freiheit. Sein Anwalt und er hoffen auf einen Freispruch. Denn der Angeklagte beteuert: „Ich habe keine andere Wahl. Nur Marihuana lindert meine Schmerzen.“

Cannabispflanzen zufällig bei Feuerwehreinsatz entdeckt

Das Amtsgericht Lünen hatte den nach eigenen Angaben seit mehr als 35 Jahren drogenabhängigen Werner am 14. März 2018 zu neun Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Grundsätzlicher Anlass für die Verurteilung war die Aufzucht von 32 Cannabispflanzen, die am 17. Juni 2016 zufällig bei einem Feuerwehreinsatz in der Innenstadt-Wohnung des 52-Jährigen entdeckt worden waren.

Anlass dafür, dass dem Werner keine Bewährungschance zugebilligt wurde, war eine Vorverurteilung vom 13. November 2015. Beim ersten Urteil hatte der Ex-Bergmann noch eine Bewährungsstrafe erhalten.

52-Jähriger hat Anbau zugegeben

Die Chancen für einen Freispruch bezeichnete Richter Michael Hammeke – Stand jetzt – als „nicht gerade groß“. Der Angeklagte selbst habe schließlich zugegeben, die Cannabispflanzen illegal angebaut und gepflegt zu haben. Und dass der Anbau von Betäubungsmitteln gegen das Gesetz ist, sei ihm erst ein halbes Jahr vor dem erneuten Fund durch die Verurteilung vor Augen geführt worden.

Jetzt lesen


Verteidiger Peter Budde wollte dennoch nichts unversucht lassen. „Mein Mandant ist ein Beispiel dafür, dass sich Cannabis positiv auswirken kann.“ Der Angeklagte hatte zuvor berichtet, dass er zahlreiche Süchte und Krankheiten, darunter die Infektionskrankheit Borreliose, nur durch den Genuss von Cannabis besiegt habe. „Ich nehme keine anderen Medikamente zu mir außer Cannabis.“

Wirkstoff-Gutachten eingefordert

Ehe die Berufungskammer eine Entscheidung fällt, soll beim Landeskriminalamt ein Wirkstoffgutachten zu dem Plantagen-Pflanzen eingeholt werden. Die Verteidigung hatte das Fehlen eines solchen Gutachtens bemängelt. Es sei gar nicht klar, ob die beschlagnahmten Marihuana-Blätter überhaupt großartig THC-Wirkstoff enthalten haben – oder die Werte möglicherweise eher Kräutertees ähneln.

Lesen Sie jetzt