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Grünes Licht für Häuser-Abriss im Werner Stadtkern

Kein Denkmalwert

„Ist das ein Denkmal oder kann das weg?“ Unter dieser Fragestellung hatten sich die Denkmalschützer des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) verschiedene Häuser im Innenstadtbereich von Werne genauer angesehen. Ihre Antwort: kein Denkmalwert. Eine Zukunft für manche Häuser gibt es aber trotzdem.

WERNE

, 12.10.2016

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe konnte verschiedenen Häusern im Stadtkern keinen Denkmalwert bescheinigen. Umso mehr freut sich Baudezernent Ralf Bülte, dass sich der Eigentümer von drei Häusern in der Bonenstraße dennoch für den Erhalt ausgesprochen hat. Das einzige Problem: Das vierte Haus, das jemand anderem gehört, liegt dazwischen.

„Deshalb werde ich jetzt das Gespräch mit dem anderen Eigentümer suchen“, sagte Bülte am Dienstag. Vielleicht lasse der andere Eigentümer sich überzeugen, auch von Abbruch auf Sanierung umzuschwenken.

Um diese Häuser auf der Bonenstraße geht es:

  • Nummer 32 (das ehemalige Schuhgeschäft Compes), Nummer 34 und Nummer 38 (das Fachwerk-Eckhaus zur Gasse mit Friseursalon im Erdgeschoss). Sie gehören seit Jahren dem selben Eigentümer.
  • Nummer 36 gehört einem anderen Eigentümer.

Eines ist allen Häusern auf den vier Parzellen gemeinsam: „Sie haben zahlreiche bauliche Veränderungen und Umbauten erlebt“, so Bülte. Deswegen auch der mangelnde Denkmalwert. Außerdem: „Sie befinden sich in einem bedenklichen Zustand.“ Der Dezernent bringt ihn auf die Formel: „“Vorne hui, hinten eher pfui.“ Die Sanierer müssten großzügig entkernen. Was genau sie anschließend planen, konnte Bülte noch nicht sagen: wohl eine Kombination aus Gastronomie und Geschäften im Erdgeschoss und Wohnungen im Obergeschoss. Er freue sich schon auf das Ergebnis.

 

Häuser haben ebenfalls keinen Denkmalwert:

Weiteren Häusern wurde bei der Begutachtung des LWL ebenfalls kein Denkmalschutz gewährt. Eine Entscheidung, ob sie abgerissen werden sollen, ist aber bisher nicht gefallen.

Burgstraße 11, das Haus links neben dem sogenannten Folienpalast: einem Denkmal, das jetzt nach Jahren des Leerstandes doch noch saniert wird. „Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand lässt sich ein Denkmalwert (...) aufgrund zahlreicher baulicher Veränderungen und Umbauten nicht begründen“, ist in der Stellungnahme aus Münster über dieses Haus zu lesen.

Markt 13, das Hinterhaus zur ehemaligen Spielhalle Bonenstraße 9: Dabei handelt es sich um einen 1904 beantragten Neubau einer Werkstatt für den Schreinermeister Schulz. In den frühen 1950er-Jahren wurde das Gebäude im Erdgeschoss weitreichend umgebaut und erneuert, um eine Garage und einen Abstellraum für das ehemalige Textilhaus Pelster zu schaffen. Der „funktionale und städtebauliche Kontext ist verloren gegangen“, befindet der LWL.

Schlot 10: Als „völlig isoliert an der Mauergasse“ beschreibt der LWL das Haus. Ein Denkmalwert sei nicht zu begründen. Die zurzeit 115 Gebäude zählende Liste der Werner Baudenkmäler wird also um diese vier Objekte nicht ergänzt werden. Dass die Stadt sie so genau hat prüfen lassen, hat mit ihrer Lage zu tun: mitten im historischen Ortskern. Für den gilt die Denkmalschutzsatzung.

 

Gesunde Mischung aus alten und neuen Häusern

Wie wichtig es ist, das Erscheinungsbild des historischen Stadtkerns zu erhalten, hatte bereits am Dienstagabend während der Sitzung des Bauausschusses im Stadthaus Lars Hübchen (SPD) betont. „Wir müssen aufpassen, dass uns da nicht nach und nach etwas verloren geht, denn von dem historischen Stadtkern haben wir auch wirtschaftlichen Nutzen.“

Schließlich seien die betagten Gebäude ein echter Besuchermagnet. Ausschussvorsitzender Michael Zurhorst (CDU) setzte dagegen auf eine „gesunde Mischung“: „Wenn man immer alles erhalten hätte, hätten wir heute keine Jugendstilhäuser, sondern nur Fachwerk.“

Erst im Frühjahr hatte Baudezernent Ralf Bülte gesagt, dass sich regelmäßig Investoren meldeten, um Häuser im Stadtkern zu kaufen. Ihre erste Frage laute: „Können wir die abreißen und neu bauen?" Das sei eine Chance, dem Leerstand entgegenzuwirken. Dennoch wolle die Stadt erst den geschichtlichen Wert prüfen, bevor sie zustimme.

 

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