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Hörstelle macht Sehbehinderten Busfahren leichter

Am Werner Markt

Am Dienstag begutachteten viele Menschen die erste Bushörstelle der Stadt am Werner Markt. Die neue rote Stele neben der Haltestelle soll sehbehinderten Menschen, Blinden und Analphabeten das Busfahren erleichtern.

WERNE

, 18.10.2016
Hörstelle macht Sehbehinderten Busfahren leichter

Landrat Michael Makiolla (l.), Dr. Uwe Rennspieß (2.v.l) von der VKU, Christine Osterkemper (vorn), die stellvertretende Bürgermeisterin Gudrun Holtrup (2.v.r.) und Heinrich Heidemann (r.) freuen sich über die Bushörstelle.

Eine – zugegebenermaßen blecherne – Stimme sagt den Fahrgästen auf Knopfdruck, welche Linien in der nächsten Stunde von der Haltestelle abfahren werden. „Wir sind froh, dass wir nun diese Station haben“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Gudrun Holtrup (CDU). Die Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU) arbeitete eng mit der dem Behindertenbeirat der Stadt Werne und dem Blinden- und Sehbehindertenverein zusammen. „Sie haben uns beraten, wie der Verkehr behindertengerecht gemacht werden kann“, sagte Landrat Michael Makiolla (SPD).

Durch GPS-Signale werden die Busse geortet. Fährt ein Bus in die Nähe der Haltestelle, ruft die Stele diese Information per Bluetooth ab und kündigt den Fahrgästen automatisch diese Linie an. Die neue App „Fahrtwind“ zeigt zusätzlich auf einem Radar jeden heranfahrenden Bus an und liest dem Nutzer die Info vor. Rollstuhlfahrer können über die App außerdem Hilfe anfordern.

Keine Hörer - als Schutz vor Vandalismus

Menschen mit Hörgerät ist es darüber hinaus möglich, die Lautstärke der Stele an ihrem Gerät regeln. Um Vandalismus vorzubeugen, hat die Stele keinen Hörer, sondern ist mit Freifunktechnik ausgestattet. Es gibt aber auch Verbesserungspotenzial: Noch kann die Stele nämlich keine Verspätungen ankündigen. Außerdem soll die Fahrtwind-App Menschen mit Behinderung zur Bushaltestelle führen.

Dabei helfen jetzt schon die weißen Leitlinien auf dem Boden. „Ich bin stolz darauf, dass wir in Werne so viel erreicht haben“, freute sich deshalb Christine Osterkemper, die sich für die Belange sehbehinderter Menschen in Werne einsetzt.

Näheres zur Bushörstelle
Im Kreis Unna gibt es sieben Bushörstellen. Die Kosten einer solchen Installation liegen im mittleren vierstelligen Bereich und werden von der Landesregierung übernommen. Einen genauen Betrag nannten die Verantwortlichen nicht.
Das Personenbeförderungsgesetz gibt vor, dass Kommunen bis zum 1. Januar 2022 den Personennahverkehr barrierefrei gestalten müssen.

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