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Horster Hof erhält Auszeichnung für seine Schwalben

Hof Geiping

„Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer – viele schon“, sagt Landwirt Felix Geiping (59). Sein Hof in Werne-Horst erhielt eine Auszeichnung vom Naturschutzbund. Schnell wird klar, warum.

Werne

, 22.08.2018
Horster Hof erhält Auszeichnung für seine Schwalben

Auf dem Hof von Felix Geiping (59) muss man nicht lange suchen um Schwalben zu entdecken. © Wilco Ruhland

Sobald man das Gelände des Hofes an der Hellstraße betritt, scheint der Grund der Auszeichnung glasklar. Im Innenhof herrscht ein reger Flugverkehr. Fast im Sekundentakt fliegen Schwalben an einem vorbei. Relativ nah, doch nicht so nah, dass man erschrickt.

In der Tenne des Hofes, den es an diesem Standort seit 1880 gibt, haben sich Rauchschwalben angesiedelt. 14 Nester hat Felix Geiping gezählt. Diese befinden sich teilweise schon in der dritten Brut, schätzt Ornithologe Klaus Nowack. Schon eine Zweitbrut sei etwas besonderes.

Wahres Spektakel

Rund 60 flugfähige Vögel haben hier ihr Zuhause für diesen Sommer gefunden. Die Jungen nicht mitgezählt. Geiping ermöglicht es den Tieren hier zu nisten. Die obere Hälfte des Tores zur Scheune bleibt immer einen Spalt offen, damit die Tiere ein- und ausfliegen können.

„Das Besondere hier ist: die Tiere werden geduldet“, meint Vogelkundler Jürgen Hundorf vom Nabu. „Es gibt nicht mehr so viele offene Ställe“, sagt er. Im Rahmen der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ verlieh der Naturschutzbund dem Hof eine Plakette.

Horster Hof erhält Auszeichnung für seine Schwalben

Der Hof von Felix Geiping (M.) wurde vom Nabu ausgezeichnet. Die Vogelkundler Jürgen Hundorf vom Nabu (l.) und Klaus Nowack sind begeistert von dem schwalbenfreundlichen Hof. © Wilco Ruhland

Josef Klinkhammer machte den Nabu auf den Hof von Geiping aufmerksam. Jürgen Hundorf widerum informierte Klaus Nowack. Als sie an einem Samstagmorgen den Hof besuchten, war es ein wahres Spektakel für die Vogelkundler, wie viele Schwalben dort auf den Dächern saßen.

Schon fast aufgegeben

Doch die Tiere werden hier offensichtlich mehr als nur geduldet. Felix Geiping legt eine große Freude, ja Begeisterung für die Vögel an den Tag. Er erinnert sich genau an den Tag, als die ersten vier Rauchschwalben ankamen, am 10. April. „Eine Woche später als üblich“, sagt er. Die Zugvögel wären völlig erschöpft gewesen.

„Ich hatte sie schon fast aufgegeben“, erzählt der Landwirt. Dann kam ein Wetterumschwung und sie erholten sich. Jetzt ist der Hof von Schwalben schon fast überbevölkert. „So viele hatten wir noch nie“, meint Geiping. Die ersten Tiere müssten sogar schon wieder weg sein.

Horster Hof erhält Auszeichnung für seine Schwalben

14 Nester hat Geiping gezählt. Die Schwalben sind teilweise schon in der dritten Brut des Jahres. © Wilco Ruhland

Man muss nicht lange in der Scheune unter den Nestern stehen. Kaum eine Minute dauert es, bis die Schwalben zwei der Nester zur Fütterung der Jungen immer wieder anfliegen.

„Fegen muss man sowieso“

Die Tiere sind Menschen gewohnt und lassen sich selbst von einer Lampe nicht stören. Genauso wenig gestört fühlt sich der Landwirt. Trotz der großen Anzahl seien sie sehr leise. Und der Mist? Die Wände in der Scheune sind übersäht davon und der Boden bekommt natürlich auch etwas ab.

„Wenn sie wieder weg sind, mach ich den Mist halt wieder weg. Fegen muss man sowieso“, sagt Geiping. „Die gehören einfach dazu.“ Er sieht eher die Vorteile: weniger Mücken und Fliegen.

Denn das ist ein Grund warum die Vögel sich hier so wohl fühlen. Dort wo Tiere gehalten werden, in Geipings Fall Schweine, entsteht Mist. Dort wo Mist entsteht, befinden sich Fliegen. Reichlich Nahrung also für die Vögel, die im Mittelalter als Glücksbringer galten. Durch das Wetter gebe er in diesem Jahr sehr viele Insekten und dadurch entsprechend viel Nahrung für die Vögel. Deshalb formuliert Geiping die alte Bauernregel für sich um: „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer – viele schon.“

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