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Kurios: Kastanie im Steintorpark blüht im September

Stress durch Miniermotten

Wer sich die vielen Kastanien in Werne anschaut, meint, es sei schon frühzeitiger Spätherbst. Viele Blätter sind rot und vertrocknet. Das liegt an kleinen gefräßigen Tierchen, die derzeit optimale Bedingungen vorfinden. Einer Rosskastanie im Steintorpark haben sie besonders zugesetzt: Sie zeigt ungewöhnliche Stresssymptome.

WERNE

11.09.2017
Kurios: Kastanie im Steintorpark blüht im September

Kastanien blühen üblicherweise im Frühling, im Herbst sind dann schon dicke Früchte an den Bäumen zu sehen. In Werne sieht es zurzeit aber anders aus.

Viele Blätter am Kastanienbäumen sind rot und vertrocknet. Das liegt an den Miniermotten, deren Larven sich durch den Blattbestand der Bäume fressen. Die Motte genießt derzeit optimale Bedingungen und kann sich in Massen vermehren.

Eine Ausnahme davon bildet lediglich ein Baum an der Horne im Steintorpark. Bei diesem Baum ist später Frühling: Große weiße Blütenkerzen sind derzeit an der gewöhnlichen Rosskastanie zu beobachten. Die Blütezeit reicht üblicherweise je nach Witterung von April oder Mai bis in den Juni.

Noch schnell vorm Absterben fortpflanzen

Eine Blüte im September ist also alles andere als gewöhnlich. Der restliche Baum ist trotz weißer Blüten braun. Hat sich diese „ungewöhnliche“ Rosskastanie also von den Schädlingen berappelt und genießt aufgrund des milden Wetters einen zweiten Frühling? „Nein“, erklärt Burkhard Klinkhammer vom städtischen Grünflächenamt: „Die Blüten, die derzeit an der Kastanie zu sehen sind, sind sogenannte Notblüten, verursacht durch Stress“.

Dieser Stress, ausgelöst durch große Temperaturschwankungen, Trockenheit, große Hitze oder eben Miniermotten, sorge dafür, dass der Baum sich schnell noch fortpflanzen wolle, bevor er eventuell frühzeitig absterbe.

Verzicht auf chemische Insektengifte

„Das kann passieren, wenn der Baum über einen langen Zeitraum Stress ausgesetzt ist, aber bei dieser Kastanie rechne ich erst mal nicht mit dem Absterben“, sagt Klinkhammer. Doch die neue Fruchtbildung nach Bestäubung der Blüten belaste den Baum natürlich noch ein Stück mehr.

Maßnahmen gegen die Motten, wie chemische Insektengifte oder ähnliches, ergreife man erst mal nicht, so Klinkhammer. 

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