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Landwehr schützte vor Viehdieben

Heimatverein

Etwa 30 Mitglieder des Heimatvereins hatten am Donnerstag ihre Wanderstiefel geschnürt. Werne-Kenner Berthold Ostrop begab sich mit ihnen im Werner Stadtwald auf Spurensuche der früheren Landwehr. Dort gab es viel zu entdecken.

WERNE

von Von ann-Kathrin Gumpert

, 17.05.2013

Im Werner Stadtwald finden sich noch viele Überreste dieser Landwehr. "Die erste Landwehr in Werne wurde bereits 1380 gebaut", sagt Berthold Ostrop. "Ob das hier die Überreste davon sind, kann ich nicht genau sagen."

Doch was so militärisch klingt, diente früher zur Abwehr von Viehdieben, die es reichlich gab. "Das Vieh war das wertvollste, was die Werner als Selbstversorger damals hatten", sagt Berthold Ostrop. "Nicht umsonst nannten sie es unser Gut."

Zwei Gräben und ein Wall verliefen hufeisenförmig, etwa zehn Kilometer um Werne. Sie waren dicht mit Hecken bewachsen, die ineinander geflochten wurden. "Dafür eignete sich beispielsweise Schwarzdorn", sagt Vereinsmitglied Ostrop. Die Gräben sollten stets mit Wasser gefüllt sein, um es den Viehdieben noch schwerer zu machen.Pflege des Walls war für Viehbesitzer Pflicht

Jeder Werner Viehbesitzer, der innerhalb der Stadtmauern wohnte - im Jahr 1600 waren es etwa 2000 - musste den Wall pflegen. "Das war die Leistung dafür, dass sie als Bürger im Schutz der Stadtmauern wohnen durften", sagt Ostrop. Dabei wurde genau festgelegt, wer für welchen Abschnitt der Landwehr zuständig war. Wer sich nicht an seine Aufgabe hielt, wurde strikt vom Bürgermeister bestraft.

Die Landwehr hielt aber nicht nur Viehdiebe ab, sondern hinderte auch Bauern der umliegenden Städte daran, ihr Vieh auf Werner Weiden zum Grasen zu schicken.

Die Gräben und der Wall sind auch heute noch gut zu erkennen, auch wenn sie sich teilweise dem Boden im Stadtwald angeglichen haben. Sie sind das einzige aufgelistete Bodendenkmal in Werne. "Dass die Landwehr so noch existiert, verdanken wir der Tatsache, dass es sich um städtisches Gelände handelt", so Ostrop.

 

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