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Messingtafeln erinnern an die Schwestern Gumpert

Stolpersteine

Zwei Stolpersteine erinnern in der Burgstraße an die Schwestern Cäcilie und Helena Gumpert. Cäcilie war am 16.September 1865 geboren, Helena am 28. Juli 1869, beide in Werne. Ihre traurige Geschichte.

WERNE

von Irene Steiner

, 18.08.2010
Messingtafeln erinnern an die Schwestern Gumpert

Cäcilie und Helena Gumpert besaßen in der Bonenstraße ein Weißwarengeschäft.

Sie betrieben in der Burgstraße ein Weißwarengeschäft an der Ecke zur Bonenstraße. Nach Unterlagen des Gedenkbuches „Opfer der Verfolgung der Juden unter nationalsozialitischer Gewaltherrschaft in Deutschland“ war Helene Gumpert verheiratet und lebte unter dem Namen Helene Cahn in Düsseldorf, von wo aus sie 1942 zunächst nach Theresienstadt, später ins Vernichtungslager Treblinka deportiert wurde.

Heute erinnern nur noch die Messingtafeln auf den Pflastersteinen, die Gunter Demnig in Erinnerung an die beiden Schwestern auf der Bonenstraße verlegte, an ihr Leben. Sollte es andere Unterlagen über die Familie, über das Geschäft gegeben haben, so verschwanden sie während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft. In der Gerichtsverhandlung über die Ereignisse in der Pogromnacht vom 9. November 1938 wird allerdings noch ein weiterer jüdischer Mitbürger mit Namen Louis Gumpert erwähnt. Ihn überfiel eine Meute von SS-Männern in der eigenen Wohnung.

Unter Führung des Polizeihauptwachtmeisters Kretschmer wurde die Einrichtung zerstört, die Fensterscheiben zerschlagen. Gumpert flüchtete auf das Dach des Hauses und versuchte auf ein Nebendach zu springen. Er fiel in die Gasse zwischen den Häusern, acht Meter tief. Er brach sich ein Bein und starb später an seinen Verletzungen. Möglicherweise gehörte der Familie Gumpert ein Hutgeschäft. Denn als einzige Nachricht über die Ausschreitungen in der Pogromnacht gab es im Lokalteil der „Werner Zeitung“ eine kurze Meldung mit folgendem Inhalt: „In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 sind verschiedene Hüte, die sich bei dem Juden Gumpert zur Umarbeitung befanden, sicher gestellt worden.  Die Eigentümer sollen ihre Hüte bis Montag, den 21. November 1938, in der Zeit von 19.00 bis 19.30 Uhr von der Geschäftsstelle der NSDAP abholen.“

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