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Peinliche Posse: Kein Geld für Radweg-Verlängerung

WERNE Es riecht nach Skandal, zumindest nach einer peinlichen Panne: Für rund 440.000 Euro wurde die alte Zechenbahnbrücke zwischen Rünthe und Werne für Radler umgebaut und vor einem Jahr eröffnet. Doch die 650 000 Euro für die Fortsetzung des Radweges bis nach Stockum sind nicht in Sicht.

von Von Rudolf Zicke

, 08.08.2008
Peinliche Posse: Kein Geld für Radweg-Verlängerung

Für rund 440 000 Euro wurde die alte Zechenbahnbrücke zwischen Rünthe und Werne für Radler umgebaut. Wann der Radweg über das Werner Zechengelände bis nach Stockum fortgesetzt werden kann, steht in den Sternen.

"In diesem Jahr besteht keine Chance mehr auf eine Finanzierung", erklärte der Pressesprecher des NRW-Umweltministeriums, Wilhelm Deitermann, "vielleicht im nächsten Jahr oder später - dann aber nicht aus unserem Etat." Sein Dienstherr, Minister Eckhard Uhlenberg, trage nämlich keine Verantwortung für das Dilemma.

Der Regionalverband Ruhr (RVR), erläuterte Deitermann, habe Gelder für den Radweg Bergkamen-Werne beantragt und diese auch aus dem Ökologieprogramm Emscher Lippe (ÖPEL) erhalten. Dass diese Mittel aber nur für den Radweg auf Bergkamener Gebiet und nicht auch für Werne eingesetzt werden sollten, sei aus dem bewilligten Antrag nicht zu erkennen gewesen. "Dass es einen zweiten Bauabschnitt geben sollte, hat uns sehr überrascht", blickt Deitermann zurück. Und: "Dafür ist kein Geld vorhanden."

Daran ändere auch der Versuch des RVR nichts, mit einem Widerspruchsverfahren gegen die Weigerung des Umweltministeriums, das Geld für den Radweg "locker" zu machen , nichts. Allerdings weiß Deitermann, dass ein Verzicht auf den Radweg hinter der für teures Geld sanierten Brücke bei Bürgern und Steuerzahlern kaum gut ankommen würde: "Darum stehen wir im Gespräch mit dem RVR, um eine Lösung zu finden."Kein Geld aus ÖPEL-Topf

Das sei aber alles andere als einfach. Aus dem ÖPEL werde definitiv kein Euro mehr fließen. Die Finanzierung von Radwegen sei nicht vordringliches Anliegen dieses Programms. Sein Ministerium habe dem RVR den Tipp gegeben, sich nach anderen Geldtöpfen umzusehen. Einer davon könnte das Radwegeprogramm des NRW-Bauministeriums sein. Doch selbst wenn hier oder aus einer anderer Quelle die 650 000 Euro zu bekommen wären, müssen zunächst einmal Anträge gestellt und bewilligt werden.

Das kann dauern. Schließlich muss der Radweg ja auch noch gebaut werden - kalkulierte Dauer: etwa ein Jahr. Viel Zeit, in der die schmucke Lippe-Brücke schon wieder Rost ansetzen kann.

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