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Probefahrt mit Nackenschlag im Elektroauto einer Werner Fahrschule

Zukunftsweisend

Wenn man seit knapp 15 Jahren den Führerschein hat, bringt einen eine Probefahrt im Elektroauto nicht aus der Ruhe - dachte unsere Redakteurin Christin Mols. Doch Fahrlehrer Falk Rzepka aus Werne belehrte sie nach der Tour eines Besseren.

Werne

, 06.01.2018
Probefahrt mit Nackenschlag im Elektroauto einer Werner Fahrschule

Redakteurin Christin Mols bei der Probefahrt im Fahrschul-Elektroauto von Falk Rzepka. © Laura Steinke

Als wir zurück auf den Parkplatz an der Bahnhofstraße 9 fahren, schaut Falk Rzepka mich an und sagt: „In der Prüfung wäre unsere Fahrt schon nach hundert Metern vorbei gewesen.“ Das hieße also: duchgefallen.

Kein Schulterblick - duchgefallen!

„Wieso?“, frage ich den Fahrlehrer auf dem Beifahrersitz erschrocken. „Kein Schulterblick im Kreisverkehr“, erklärt er trocken. Klar, den hatte ich vergessen, als wir zu Beginn meiner Probefahrt im neuen Elektroauto seiner Fahrschule in die Tenhagenstraße abbogen.

Probefahrt mit Nackenschlag im Elektroauto einer Werner Fahrschule

Die Fahrschule FR hat sich ein E-Auto angeschafft. Die eigene Ladestation ist direkt am Haus. © Christin Mols

Aber um meine Fahrkünste sollte es auch gar nicht gehen, ich wollte doch das Auto testen. Das weiße Smart Cabrio hat Falk Rzepka zu Weihnachten gekauft, allerdings nicht für sich, sondern für seine Fahrschüler. „Das sind die Fahrer von morgen, es ist wichtig, sie schon jetzt an das Thema Elektromobilität heranzuführen.“

Idee zum E-Auto hatte er schon lange

Die Idee geisterte schon länger in seinem Kopf herum, doch die Gesetzeslage, die besagt, dass man nicht mit einem Schaltwagen fahren darf, wenn man die praktische Fahrprüfung auf einem Automatik-Auto gemacht hat, hielt ihn vorerst ab. Und dann ist da auch noch die Reichweitenproblematik. „Aber es bringt nichts, immer nur drüber zu reden, die Thematik wird uns die nächsten Jahre begleiten, deshalb war es für mich an der Zeit, zu handeln.“

In Werne ist die Fahrschule FR die erste mit einem E-Auto. Nach der Umrüstung auf ein Fahrschulauto – mit Fahrlehrerpedale – sollen alle Fahrschüler die Chance haben, es in einer Fahrstunde kennenzulernen – wie es sich fährt, wie man es lädt.

„Mit dem Diesel fahre ich ja auch an die Tankstelle und zeige meinen Schülern, wie das geht“, so Rzepka, der sich auch als „Fahrpädagoge“ versteht. Mit der Parkplatzumgestaltung im Dezember wurden an der Fahrschule auch neue Leitungen verlegt und eine Wandladestation, eine sogenannte Wallbox, installiert.

Probefahrt mit Nackenschlag im Elektroauto einer Werner Fahrschule

Christin Mols hat gut lachen: Die Probefahrt im E-Fahrschulflitzer macht Spaß. © Laura Steinke

„Die hat 22 Kilowatt. Stecker rein und in einer Stunde ist der Wagen geladen“, berichtet Rzepka und ergänzt: „Nach Herstellerangaben kommt man damit 160 Kilometer weit, jetzt bei dem Wetter sind es eher hundert.“ Als Stadtauto und auch für seine Fahrschule sei das aber „perfekt“.

Nicht nur Fahranfängern steht der kleine Flitzer zur Verfügung, in Intensiv- und Aufbaukursen sowie einzelnen Fahrstunden können auch Fortgeschrittene einsteigen. So wie ich.

Schon ein bisschen Erfahrung

Zugegeben, es ist nicht meine erste Fahrt in einem Elektroauto. Das fehlende Brumm-brumm überrascht mich nicht mehr, und dass ich im Fußraum nur zwei anstatt drei Pedalen habe, kriege ich auch schon irgendwie hin. Ungewohnt ist aber, knapp 15 Jahre nach der Führerscheinprüfung, mal wieder neben einem Fahrlehrer zu sitzen. „Sind die Spiegel richtig eingestellt?“, „Bisschen schnell für eine 30-Zone!“ – hab ich alles schon einmal gehört, und verdrängt. Bis jetzt.

  • In Werne sind laut dem Kreis Unna aktuell 19 Elektroautos zugelassen.
  • Stromtankstellen gibt‘s unter anderem auf dem Solebad-Parkplatz und nahe des Stadthauses auf dem Parkplatz an der Packstation.