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Realschul-Lehrer wechseln vom Klassenzimmer in den Betrieb

WERNE Das Klassenzimmer gegen die betriebliche Wirklichkeit tauschten drei Lehrer der Realschule - mit großem Gewinn.

von Von Wolfgang Gumprich

, 06.12.2007
Realschul-Lehrer wechseln vom Klassenzimmer in den Betrieb

Realschullehrerin Ursula Jahn-Gilles tauschte Klassenzimmer und Büro gegen den Betrieb ein.

„Das Lehrerbetriebspraktikum hat uns sehr viel gebracht“, sagte gestern dazu Schulleiterin Ursula Jahn-Gilles, die mit ihren Kollegen Ulrich Reidt und Monika Franklin drei Tage Betriebsluft im Kreis Unna schnupperte.

Während sie bei Schering in Bergkamen hinter die Kulissen schaute, arbeiteten Monika Franklin bei ab electronic in Werne, Ulrich Reidt bei dhl-Logistik in Bönen. Die drei Pädagogen konnten in „ihren“ Firmen jeweils Einblicke in alle Abteilungen nehmen.

Übersetzungen ins Englische

Besonders hatte der Englischlehrerin Franklin das Büro angetan, in dem die Firmenberichte ins Englische übersetzt wurden. Initiert wurde das Projekt im Rahmen des regionalen Übergangsmanagements Kreis Unna von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Unna mbH/Stiftung Weiterbildung.

„Die Anforderungen der Wirtschaft und der Arbeitswelt an die Schüler haben sich in den vergangenen Jahren ganz deutlich verändert. Es werden neue Qualifikationsanforderungen an Ausbildungsverhältnisse und Arbeitsplätze gestellt“, sagt Viktoria Berntzen, Projektkoordinatorin bei der Stiftung Weiterbildung.

Direkter Weg zur Praxis

So böten die Lehrerbetriebspraktika einen direkten Weg, ökonomische Strukturen, betriebswirtschaftlich orientiertes Denken und Handeln sowie die Gestaltung von Arbeits- und Geschäftsprozessen praxisnah zu erfahren. Während eines Praktikums lernen die Lehrer Ausbildungsberufe mit entsprechenden Qualifikationsanforderungen kennen, nehmen an Auswahlverfahren und Einstellungsgesprächen teil, kommen mit Auszubildenden und Ausbildern ins Gespräch und erleben betriebliche Praxis durch eigene Mitarbeit.

Doch bevor sich ein Lehrer für ein Betriebspraktikum entscheidet, bedarf es einiger Vorbereitung. „Vor allem sollte die Schulleitung hinter dem Praktikum stehen“, rät Viktoria Berntzen.

Da läuft sie bei Ursula Jahn-Gilles offene Türen ein. Die Werner Realschulleiterin wünscht eine ständige Wiederholung dieses Betriebspraktikums. Doch mahnt sie an, dass solche bisher freiwilligen Initiativen in ministeriellen Bestimmungen verankert werden sollten.

Schulen wenden sich an Viktoria Berntzen von der Stiftung Weiterbildung, Tel. (02303) 27 18 90.

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