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Schilder in Werne: Beschmiert und zugeklebt

Vandalismus

Ein Schild soll Informationen übermitteln. Im Straßenverkehr sind es mitunter sehr wichtige Informationen. Kann es diese Aufgabe nicht mehr erfüllen, muss es ausgetauscht werden. Dafür reichen bereits ein paar Aufkleber wie in Werne. Ärgerlicher Vandalismus oder unnötige Aufregung?

WERNE

, 03.10.2016
Schilder in Werne: Beschmiert und zugeklebt

Verziert, aber nicht verschönert.

Ein Straßenschild hat eine „Lebensdauer“ von 30 Jahren – eigentlich. In Werne werden nur wenige so alt. „Ich habe den Eindruck, dass wir sie immer häufiger austauschen müssen“, sagt Gisbert Bensch von der Stadtverwaltung. Der Grund: Unbekannte bekleben die Namenszüge und Symbole – und machen die Schilder unbrauchbar.

Vor allem BVB- und Preußen-Münster-Fans scheinen sich zurzeit in der Stadt eine Art Wettkampf zu liefern: Wer schafft es, seine Vereinssymbole öfter im Straßenraum zu verewigen? „Das kennen wir auch aus anderen Städten“, sagt Thomas Röwekamp, Sprecher der Kreispolizeibehörde. Er könne sich daran erinnern, dass Holzwickede und Schwerte vor Jahren besonders betroffen waren, „jetzt ist es Werne“.

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht

Beachtet werden müssten die beklebten und unleserlich gemachten Schilder aber trotzdem, wie der Polizist betont. „In Wohnstraßen kann sich eigentlich niemand damit herausreden, dass er nicht wusste, dass etwa das Halteverbot für beide Seiten galt“ – selbst wenn der entsprechende Pfeil unter einem Aufkleber verschwunden ist.

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Die vollgeklebten Schilder in Werne

Ein Schild soll Informationen übermitteln. Im Straßenverkehr sind es mitunter sehr wichtige Informationen. Kann es diese Aufgabe nicht mehr erfüllen, muss es ausgetauscht werden. Dafür reichen bereits ein paar Aufkleber wie in Werne. Die Lebensdauer der Schilder wird wegen dieses Vandalismus immer kürzer.
06.09.2016
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Fängt mit "W" an und endet auf "Straße". Dass es sich hier um die Waldstraße handelt, werden nur Eingeweihte wissen.© Foto: Sylvia vom Hofe
Werne dreht sich um den BVB, mag dieses Schild zeigen.© Foto: Sylvia vom Hofe
Gilt das Halteverbot nun für eine Seite oder verbirgt sich unter den Aufklebern noch ein zweiter Pfeil?© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Stollenweg ist fast so verrußt wie sein Name. Und das Fahrradschild darunter dient mehr als Aufklebertrageflächefläche denn als Wegweiser.© Foto: Sylvia vom Hofe
Mundartdichter Augustin Wibbelt hatte einen Hang zu Humor - aber auch zum BVB? Davon ist zumindest nichts überliefert.© Foto: Sylvia vom Hofe
Der Erlenbrock versteckt sich nicht nur im Grünen, sondern auch hinter dem Grün des Vereinswappens vom Drittligisten Preußen Münster.
Angegraut: die Hüsingstraße.© Foto: Sylvia vom Hofe
Manchmal braucht es gar keine Aufkleber. Wenn die Sonne auf das Schild strahlt, ist von der Barbarastraße nichts mehr zu sehen.© Foto: Sylvia vom Hofe
Wie gut, dass nicht so viele Bundesstraßen durch Werne laufen - und die B 54 ist es nicht.© Foto: Sylvia vom Hofe
Trotz Aufkleber noch irgendwie verständlich: das Kreisverkehrsschild.© Foto: Sylvia vom Hofe
Wer will schon wissen, wohin es nach Hannover geht, wenn man auch ins Ruhrgebiet fahren kann?© Foto: Sylvia vom Hofe
Verziert, aber nicht verschönert.© Foto: Sylvia vom Hofe
Wer den Schemmelweg nicht kennt, wir ihn nie erraten.© Foto: Sylvia vom Hofe
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Ein Bußgeld von 30 Euro droht laut örtlichem Bußgeldkatalog jedem, der sich an Verkehrszeichen zu schaffen macht. „Dafür müsste man die Leute aber erst auf frischer Tat erwischen“, sagt der Chef des Bauhofes, Detlef Bruns.

Auf die Lauer legen könnten sich seine Mitarbeiter aber nicht. Das wäre fast so zeitaufwendig wie das Einweichen und Abschrubben der beklebten Tafeln.

Neue Schilder kosten unnötig Geld

„Oft ist es billiger, sofort ein neues Schild zu kaufen“, sagt Gisbert Bensch. 50 bis 70 Euro kostet eines. Wie viele neue Schilder er in diesem Jahr bestellt hat, kann er nicht ohne großen Aufwand sagen. Nur so viel: „Mehr als uns lieb ist.“

Das sei eine „unsinnige Ressourcenverschwendung“ zulasten der Allgemeinheit. „Wir sind schon dazu übergegangen, die Schilder 20 Zentimeter höher zu hängen als eigentlich nötig“, so Detlef Bruns. Das mache den „Klebern“ ihr illegales Tun schwerer – aber offenbar nicht unmöglich.

Auch der Zahn der Zeit setzt den Straßenschildern zu. Jüngstes Beispiel: Barbarastraße. Eine Leserin teilte der Redaktion mit, dass sie auf der Suche nach der Barbaraschule, dem Sitz des neuen Integrationszentrums, dreimal an dem Straßenschild vorbeigefahren war, „weil darauf überhaupt nichts mehr zu lesen war“. Das soll sich bald ändern. „Wir lassen es auswechseln“, kündigte Gisbert Bensch an.

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