Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Schnäppchenjagd zum Schlecker-Ende

Insolvente Drogeriekette

Die Autoschlange reichte am Freitagmorgen von der Schlecker-Filiale bis zur Bahnhofstraße. Der Parkplatz war so voll wie selten an einem normalen Werktag.

WERNE

von Von Helga Felgenträger

, 08.06.2012
Schnäppchenjagd zum Schlecker-Ende

Auch Kundin Anja Draeger bedauert die Schließung der Schlecker-Filiale am Bahnhof. Sie erledigte hier ihre regelmäßigen Einkäufe. Rechts im Bild: Verkäuferin Marita Haberkorn.

Bevor der Drogerieladen seine Toren voraussichtlich Ende des Monats schließen wird, versuchten viele Werner Bürgern noch schnell ein Schnäppchen zu schlagen. Wie alle anderen Filialen der insolventen Drogeriekette in Deutschland hatte auch Werne zum Ausverkauf geladen. Es gab Rabatte von 30 bis 50 Prozent. „Die Schlange reißt nicht ab“, sagt Kassiererin Marita Haberkorn und tippt im Akkord die Preise ein. Sie bedauert die Schließung. Seit zwölf Jahren sei sie dabei, vor dem Wechsel zur Bahnhofstraße war sie in der Stockumer Filiale – die bereits vor einiger Zeit geschlossen hat.Auch ihre Kollegin Doris Oestermann ist seit über 15 Jahren im Drogerieunternehmen beschäftigt. „Bis Ende März war ich in der Filiale in St. Johannes tätig“, sagt sie und sieht momentan noch keine Perspektive auf ein neues Arbeitsverhältnis. Sie habe schon viele Bewerbungen losgeschickt, aber bisher seien ihr nur 400-Euro-Jobs angeboten worden.

„Für mich kommt aber nur ein Angestelltenverhältnis in Frage“, so Oestermann. Aber mit 54 Jahren seien die Aussichten leider nicht mehr allzu rosig. „Es trifft immer die Frauen“, sagt Anja Draeger, Kundin der Bahnhofs-Filiale. Bei Schlecker arbeiten leider nur Frauen und die haben eine schlechte Lobby, ist sie überzeugt, bei einem männerlastigen Betrieb hätte es mehr Unterstützung gegeben. Auch sie bedauert, sich jetzt nach einer anderen Filiale umsehen zu müssen, um ihre Pflege- und Reinigungsprodukte einzukaufen. Mindestens einmal in der Woche habe sie hier ihren Bedarf gedeckt. Über den genauen Schließungstermin hatten die Verkäuferinnen am Freitag noch keine Information erhalten.

Lesen Sie jetzt