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Unzählige Störche übernachten auf Baukränen im Wohngebiet

Störche

Im Wohngebiet statt in der Natur: Unzählige Störche haben es sich am Montag in Werne bequem gemacht. Viele übernachteten mitten im Wohngebiet. Das sei einmalig, erklärt ein Experte.

Werne

, 31.07.2018
Unzählige Störche übernachten auf Baukränen im Wohngebiet

Dutzende Störche waren am Montagabend, 30. Juli, in Werne zu sehen. Etwa 25 Stück hielten sich abends im Bereich der Schwietersstraße auf. © Karl-Heinz Möller

Störche in den Lippeauen oder am Tibaum in Stockum sind keine Seltenheit. Hier sind sie mittlerweile heimisch und immer mal wieder zu sehen. Doch das, was die Anwohner an der Lippestraße am Montag erlebten, ist außergewöhnlich. Unzählige Störche flogen erst durch die Luft, ehe sie es sich bequem machten: auf den Dächern ihrer Häuser oder sogar auf einem Baukran.

Etwa 125 Vögel gesichtet

„Das war schon phänomenal. Das muss ich ganz ehrlich sagen“, sagt Vogelkundler Klaus Nowack. Schnell war die Rede von Invasion und mehr als hundert Störchen. Und der Blick auf die Beobachtungsmeldung der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft des Kreises Unna bestätigt es.

Demnach wurden etwa 125 Tiere im Bereich Rünthe/Sandbochum gesichtet. Und diese kamen wohl auch in den Werner Innenstadtbereich. „Sie kamen sicherlich nicht aus Hamm oder Soest. Die kommen niemals auf diese Anzahl. Sie müssen von weiter weg gekommen sein - aus Richtung Osten“, sagt Nowack.

Traditionelle Zugzeit der Vögel

Von Anfang bis Mitte August ist traditionell die Zugzeit der Vögel. Zuerst zieht es die Jungstörche, die erst im Frühjahr geboren wurden, gen Süden. „Ich nenne sie Junggesellentrupps. Sie schließen sich erwachsenen Störchen an, sodass es zu einer großen Gruppe kommen kann“, erklärt Klaus Nowack. Und auf ihrem kilometerweiten Weg, der sie teilweise bis nach Afrika führt, müssen sie zwischendurch rasten. Und das taten sie nun mitten in einem Wohnbaugebiet.

Unzählige Störche übernachten auf Baukränen im Wohngebiet

Untypisch: Manche Störche rasteten auf einem Baukran. © Karl-Heinz Möller

„Das ist sehr untypisch“, sagt Klaus Nowack. So viele Störche im Stadtgebiet habe er bislang noch nicht erlebt. Einige Störche übernachteten gar auf Baukränen. „Da weiß ich auch nicht, was sie da geritten hat. Störche sind Baumschläfer, die sich auf hohe Gebäude und Bäume setzen“, so der Vogelkundler weiter. Zum Frühstück seien sie dann zur Lippeaue geflogen, sagt Nowack mit einem Augenzwinkern.

Einige Störche bleiben auch im Winter

Danach zogen sie weiter Richtung Süden. Das tun sie auch jetzt, wo es hierzulande auch sehr heiß ist. „Das ist so verankert bei ihnen. Das Zugverhalten ist angeboren“, erklärt Klaus Nowack. Er macht aber auch einen Wandel aus. Nicht alle Vögel würde es Richtung Süden ziehen. Einige von ihnen überwinterten auch hier aufgrund der steigenden Temperaturen und weil sie genügend Futter finden. Dass Störche im Winter in Werne zu sehen sind, ist also auch möglich.

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Vogelkundler Klaus Nowack bittet um Bilder von den Störchen. Er sucht ausschließlich Bilder, auf denen beringte Störche zu sehen sind. Mit dem Ring, der sich meistens am rechten Bein des Tieres befindet, könnte man die Herkunft der Tiere bestimmen. Die Bilder müssen keine hohe Qualität haben. Es geht ausschließlich darum, den Ring zu erkennen, so Klaus Nowack. Er nimmt die Bilder an per E-Mail unter igona@arcor.de
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