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Raubüberfall auf Unternehmer: Angeklagter bittet Opfer um Verzeihung

Überfall auf Unternehmer aus Werne

Viereinhalb Jahre nach einem brutalen Raubüberfall an seinem Wohnort in Südkirchen hat sich der frühere Geschäftsführer eines großen Werner Unternehmens vor dem Landgericht Münster an die schlimmsten Momente seines Lebens erinnert.

Werne/Münster

, 03.05.2018
Raubüberfall auf Unternehmer: Angeklagter bittet Opfer um Verzeihung

In diesem Wohnhaus in Südkirchen wurde der Geschäftsmann aus Werne im Dezember 2013 brutal überfallen. © Theo Wolters

Der Betroffene, der als Zeuge vor Gericht erschien, hatte zu Prozessbeginn Mühe, seine Tränen zurückzuhalten. 30-jährige Angeklagte entschuldigte sich derweil mehrmals für seine Tat.

Mit Schusswaffe und Teppichmesser bedroht

Der Unternehmer saß an jenem 3. Dezember 2013 gerade am Frühstückstisch, als es an der Haustür klingelte. Der Mann öffnete, und schon wurde er mit einer Schusswaffe und einem Teppichmesser bedroht. „Ich hatte Angst“, gab der Zeuge am Donnerstag zu.

Nachdem der Räuber ihn gefesselt und geknebelt hatte, musste der Geschäftsmann mit ansehen, wie der Täter alle Wertsachen zusammenraffte und schließlich auch noch mit dem Auto des Opfers flüchtete. Die Beute hatte einen Gesamtwert von mehreren Tausend Euro.

Bis heute hat der 58-jährige Unternehmer die Tat nicht überwunden. „Ich habe geglaubt, ich hätte es verdrängt“, sagte er den Richtern. Tatsächlich aber habe er ein Jahr später seine Firma in Werne verkaufen müssen, weil er es einfach nicht mehr geschafft habe, sich ausreichend zu konzentrieren. Außerdem geht der Unternehmer bis heute davon aus, dass der Räuber einen Tipp von einem der Angestellten bekommen hat.

Angeklagter bat Opfer schon mehrfach um Verzeihung

Genau dies bestreitet der 30-jährige Angeklagte jedoch. „Es war ein spontaner Entschluss“, sagte er den Richtern. In mehreren Briefen hat er schon vor Monaten sein Opfer um Verzeihung gebeten. „Ich war egoistisch und rücksichtslos“, heißt es darin. Und: An diesem Tag habe ich eine Grenze überschritten.“

Der junge Mann war nach dem Überfall mehr als drei Jahre untergetaucht, hatte sich dann aber doch noch freiwillig bei der Polizei gestellt.