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Werner Landwirte ächzen unter Einbußen beim Getreide

Ernte-Ausfall

Vielerorts sorgt die Hitze für Freude. Die Landwirte sorgen sich hingegen um ihren Ertrag. Robert Schulze Kalthoff etwa muss bei der Gerste-Ernte hohe Verluste hinnehmen.

Werne

, 04.07.2018
Werner Landwirte ächzen unter Einbußen beim Getreide

Derzeit steht die Gerste-Ernte an – mit Verlusten für die heimischen Landwirte. © picture alliance/dpa

Wernes Landwirte haben enorm unter den aktuellen Wetterbedingungen zu leiden. Aber nicht etwa, weil es ihnen zu heiß wäre. Vielmehr ist ihre Ernte aufgrund der andauernden Trockenperiode bedroht. Ein Ende der Sommerhitze ist nicht in Sicht, Regen ebenso wenig.

Robert Schulze Kalthoff als Vorsitzender des landwirtschaftlichen Ortsvereins muss zum Beispiel Einbußen auf seinen Gerstefeldern hinnehmen, die aktuell abgeerntet werden. „Im vergangenen Jahr waren es acht Tonnen pro Hektar, in diesem Jahr nur 5,5“, sagt er ernüchtert. Das Problem ist, dass es in den vergangenen zwei Monaten viel zu wenig geregnet hat.

20 Prozent weniger Ertrag

„Die Qualität leidet unter der fehlenden Feuchtigkeit. Die Körner werden kleiner und haben weniger Mehlanteil“, erklärt Schulze Kalthoff. Nach Rücksprache mit seinen Kollegen drohen etwa 20 Prozent weniger Ertrag bei der Gerste in Werne.

„Dass wir von Trockenschäden ausgehen müssen, ist ganz klar“, bestätigt auch Uwe Spangenberg, Pressesprecher von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Er weist zwar darauf hin, dass sich der Ertrag sogar bei nebeneinander liegenden Feldern unterscheiden kann, je nachdem, ob es einen Schauer mitbekommen hat oder nicht, doch was hilft es, wenn seit Tagen kein Tropfen vom Himmel fällt?

Ernte vorgezogen

„Zwei bis drei Wochen früher als sonst mussten wir mit der Gersteernte beginnen“, so Schulze Kalthoff. Die Körner waren bereits reif. Als nächstes ist der Weizen an der Reihe. „Da hoffen wir noch auf Regen, damit sich die Reife verzögert.“ Ein Minderertrag, so fürchtet Schulze Kalthoff, sei aber auch hier wahrscheinlich.

Einzig bei Lehm- und Tonböden könnte Regen jetzt noch etwas bringen, weil sie das Wasser länger speichern. Bei den Sandböden ist wohl nicht mehr viel zu retten.

Den bisherigen Flüssigkeitsmangel mit Dauerregen wieder auszugleichen, ist übrigens nicht möglich. Viel Regen würde genau so Schaden, wie zu wenig Regen. „Würde es 14 Tage lang regnen, könnten die Körner in der Ähre keimen“, lässt Schulze Kalthoff wissen.

Mais braucht Regen

Dem Mais blüht ein ähnliches Schicksal. Der wird zwar erst ab September abgeernet, kommt aber jetzt in die Blüte. „Die Körner werden jetzt befruchtet und ohne baldigen Regen verkümmern sie“, fürchtet Schulze Kalthoff.

Die Landwirte in Werne bauen meist für den Eigenbedarf an, um damit das Vieh zu versorgen. So wie Schulze Kalthoff, der 100 Rinder und 1900 Schweinde auf seinem Hof hält. Im vergangenen Jahr reichten seine Erträge, um den Eigenbedarf zu decken. Schulze Kalthoff: „Diesmal ist absehbar, dass ich Getreide zukaufen muss.“

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