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Wirte befürchten Umsatzrückgang bei totalem Rauchverbot

Nichtraucherschutz

WERNE Mit dem neuen Nichtraucherschutzgesetz in Bayern gibt es dort keine Ausnahmeregelungen für Kneipen. Raucherclubs und Raumteilung für Raucher und Nichtraucher wurden abgeschafft. Raucher müssen draußen bleiben müssen. Wie würde sich dieses Gesetz auf das Werner Kneipenleben auswirken?

von Von Sarah Gieselmann

, 04.08.2010
Wirte befürchten Umsatzrückgang bei totalem Rauchverbot

Bei Fränzer darf weiterhin an der Theke geraucht werden.

"Es wäre eine Katastrophe. Umsatzeinbußen könnten der Fall sein", so Holger Fränzer von Fränzer's Schänke. "Jeder Wirt soll selber entscheiden können, ob geraucht werden darf, begründet auf dem Hausrecht für Gaststätten." Auch seine Mitarbeiterin Beate Vlahovic meint, das Rauchen gehöre zur Gastronomie, obwohl sie als Nichtraucherin ein Recht auf einen qualmfreien Arbeitsplatz hat. Zurzeit stören sich Raucher und Nicht-Raucher in Fränzer's Schänke jedoch nicht, da es abgetrennte Räume gäbe. Andreas Krüger als Gast empfindet das Nichtraucherschutzgesetz in Kneipen sogar als Bevormundung durch den Staat. Es solle Steuervorteile für rauchfreie Kneipen geben, da er nicht "wie ein Hund im Winter vor die Tür" geschickt werden wolle. Schließlich sei der Schutz der Jugend angemessen, aber nicht für Erwachsene. Zigarettenrauch stört beim Essen Durch die Zweiteilung der Räume im Café Schmitz können sich Raucher im Kneipenbereich ab 19 Uhr dem Genuss von Zigarette und Bier hingeben. Tagsüber jedoch sei das Café ein Ort des Nichtrauchens: "Dort, wo Essen ausgegeben wird, ist der Zigarettenrauch störend. Schließlich sollen die Gäste das Frühstücksbuffet voll und ganz genießen können", erklärt Roland Schmitz. Durch die Abzugsanlagen würde man am nächsten Morgen ohnehin nicht merken, dass am vorigen Abend geraucht wurde. Auch in der "Wienbrede" ist die Lokalität zweigeteilt, wodurch Raucher und Nicht-Raucher nicht in Berührung kommen, was auch "grundsätzlich sinnvoll" sei, so Wienbrede-Wirt Christoph Wördemann. Doch durch den Gang auf die Toilette müssen die einen durch den Bereich der anderen, was nach dem bayerischen Gesetz nicht zulässig sei. Wenn also die Raucher nicht mehr drinnen rauchen dürfen, könnte es zu einem geringeren Umsatz laut Christoph Wördemann kommen. Regelung den Gaststätten überlassen"Eigentlich ist das Gesetz zu befürworten. Jedoch sollte es den Gaststätten selbst überlassen sein über diese Regelung zu entscheiden, da die Gäste sich aussuchen können, ob sie diese betreten", so Frank Nielinger von der Brasserie. Der selbst ernannte Raucherclub rechnet nämlich mit Umsatzeinbußen, wodurch viele um ihre Existenz kämpfen müssten.  Im Hotel Ickhorn gibt es zurzeit die Regelung, dass bis abends nicht geraucht werden darf. "Für die Raucher haben wir extra Sitzmöglichkeiten im Biergarten eingerichtet, wo im Sommer sowieso meist geraucht wird", so Inhaberin Anne Kroes. Wenn das Nichtraucherschutzgesetz in Werne in Kraft treten würde, müsse man damit leben, sagt Friedrich Telgmann vom Café Telgmann. "Anfangs würde es sicherlich zu Umsatzeinbußen kommen, doch der Kunde müsste sich dran gewöhnen. In Italien herrscht seit zwei Jahren Rauchverbot in Kneipen und es bewahrheitet sich, dass das Gesetz angenommen wird." Doch egal wie es kommt: "Wir Gastronomen sind Demokraten und werden jede Entscheidung akzeptieren", meint Holger Fränzer.

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