Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige
Anzeige

Werte, Kultur und Identität: Söder kündigt Runden Tisch an

München. Mit seinem Kreuz-Erlass für bayerische Behörden hat Ministerpräsident Söder bundesweit Lob, aber auch viel Kritik auf sich gezogen. Nun lädt er zu einem Runden Tisch, um über Kultur und Identität zu sprechen. Auch Kritiker sollen kommen.

Werte, Kultur und Identität: Söder kündigt Runden Tisch an

„Ausdrücklich soll es auch ein Gesprächsangebot an Kritiker sein“, sagt Söder. Foto: Andreas Gebert

Nach dem Wirbel um die neue Kreuz-Pflicht in bayerischen Behörden plant Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nun einen runden Tisch zu Werten, Kultur und Identität des Landes. „Natürlich haben wir eine klare Haltung, aber wir sind offen für das Gespräch.“

Das sagte Söder der Deutschen Presse-Agentur in München. „Das soll mit einem großen Runden Tisch erfolgen, der sich über einen längeren Zeitraum austauscht.“ Dazu einladen will Söder Vertreter der beiden großen Kirchen; er denkt aber auch an Vertreter anderer Religionsgemeinschaften, etwa der jüdischen Gemeinden, sowie an Vertreter aus der Wissenschaft, von Brauchtum und Kultur. „Ausdrücklich soll es auch ein Gesprächsangebot an Kritiker sein.“

„Uns ist wichtig, dass wir mehr miteinander reden anstatt nur übereinander. Das ist ein Angebot einer Diskussion über Selbstvergewisserung: Was bringt ein Land zusammen?“, sagte der Ministerpräsident und kündigte an: „Wir wollen über unsere Identität reden, und zwar integrativ, einladend und nicht ausgrenzend. Wir wollen offen intellektuell und emotional diskutieren.“

Losgehen soll es nach den Pfingstferien, also im Juni, mit ungefähr 20 bis 30 Teilnehmern. Nach dem ersten Runden Tisch soll es dann voraussichtlich einzelne Gesprächskreise geben. „Wir wollen keinen klassischen Gipfel mit formalen Positionen, sondern einen offenen Austausch, mit persönlichen Wertungen und Empfindungen“, erklärte Söder. „Es geht um das offene Wort - und Zuhören. Für mich ist auch wichtig zuzuhören.“

Von den beiden großen Kirchen will Söder möglicherweise mehrere Vertreter einladen. „Denn erkennbarerweise gibt es auch innerhalb der Kirchen unterschiedliche Strömungen“, erklärte er.

Auf Initiative Söders hatte das bayerische Kabinett kürzlich beschlossen, dass im Eingangsbereich jeder Landesbehörde ein Kreuz aufgehängt werden soll. Dies war zum Teil - auch in Kirchenkreisen - als Instrumentalisierung des Kreuzes für Wahlkampfzwecke kritisiert worden. Kritik aus den Kirchen hatte Söder auch mit der Äußerung ausgelöst, das Kreuz sei „nicht ein Zeichen einer Religion“, sondern ein „Bekenntnis zur Identität“ und zur „kulturellen Prägung“ Bayerns. Später stellte er klar, das Kreuz sei „in erster Linie ein religiöses Symbol“, gehöre „aber auch zu den Grundfesten des Staates“.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Inland

Merkel plant Asyltreffen mit EU-Regierungschefs

Berlin/Brüssel. Kanzlerin Merkel rennt die Zeit davon. Am Wochenende schon will sie ausloten, mit wem sie bilaterale Abkommen zur Migration erreichen kann. Ob ihr nach Macron weitere Regierungschefs folgen, ist offen.mehr...

Inland

Merkel unter Druck: Italien sagt zu Flüchtlingsrücknahme No

Berlin/Brüssel/Rom. Die Zeit ist knapp. Am Wochenende will Kanzlerin Merkel ausloten, mit wem sie bilaterale Abkommen zur Migration erreichen kann. Eines der wichtigsten Länder dabei stellt sich schon mal quer.mehr...

Inland

Kriminalitätsrate in Deutschland: Merkel widerspricht Trump

Meseberg/Washington. Angela Merkel und Donald Trump liegen in vielen Fragen über Kreuz. Nun behauptet der US-Präsident, die Zuwanderung lasse die Kriminalitätsrate in Deutschland steigen und die Behörden würden dies verschweigen. Die Kanzlerin weist das zurück.mehr...

Inland

Kinder sollen besser vor Dickmacher-Werbung geschützt werden

Saarbrücken. Die süße oder fettige Verführung lauert nahezu überall: Über viele Kanäle werden Kindern ungesunde Lebensmittel schmackhaft gemacht. Dieser Lockwerbung haben die Bundesländer jetzt den Kampf angesagt - und auch vielen anderen Ärgernissen für Verbraucher.mehr...

Inland

Unions-Machtkampf eskaliert: CSU droht Merkel mit Alleingang

Berlin. Streit über die Asylpolitik gibt es in der Union schon lange. Mit Verspätung kommt es nun zum Knall: Die CSU droht der Kanzlerin offen, setzt sie maximal unter Druck, führt sie öffentlich vor. Lässt sie sich das bieten? Es geht um Merkels Zukunft und die ihrer Koalition.mehr...