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WestLB-Debatte hält an - Skepsis an Übernahmeszenario für IKB

DÜSSELDORF Die Suche nach einem neuen Geschäftsmodell für die schwächelnde Landesbank WestLB zieht sich in die Länge. Die in Nordrhein-Westfalen mitregierende FDP hält Überlegungen zu einem Zusammenschluss der WestLB mit der angeschlagenen IKB für nicht tragfähig. „Zwei Häuser mit nicht gelösten Problemen zusammenzufügen, halte ich für wenig sinnvoll“, sagte der Vorsitzende der FDP- Landtagsfraktion, Gerhard Papke, der Tageszeitung „Die Welt“ (Dienstagausgabe).

WestLB-Debatte hält an - Skepsis an Übernahmeszenario für IKB

Im Landtag wird über die WestLB diskutiert.

Auch in Kreisen der NRW-Sparkassen, die die Mehrheit an der WestLB AG besitzen, war Skepsis gegenüber dieser Variante zu vernehmen. Es könne nicht im Interesse der Politik sein, dem Steuerzahler durch eine solche Konstellation zusätzliche Risiken aufzubürden, betonte der FDP-Politiker. Außerdem sei viel zu unsicher, ob und wann ein solcher Schritt überhaupt umgesetzt werden könne. „Die IKB-Option passt nicht zum Zeitplan. Die Eigentümer der WestLB müssen bis Ende des Jahres weiterkommen“, unterstrich Papke. Der CDU- Koalitionspartner FDP hatte sich in der Vergangenheit für einen Ausstieg des Landes bei der WestLB AG stark gemacht. Das Land NRW ist direkt und indirekt mit rund 38 Prozent an der Bank beteiligt.

600 Millionen Euro Schaden durch Fehlspekulationen

Die WestLB erwartet infolge von Fehlspekulationen mit einem Schaden von über 600 Millionen Euro und der Auswirkungen der internationalen Finanzmarktkrise 2007 einen Verlust in dreistelliger Millionenhöhe. Unbestätigten Presseberichten zufolge wird in der Landesregierung eine Kapitalerhöhung von bis zu zwei Milliarden Euro oder mehr bei der WestLB erwogen. Das frische Kapital könnte die Bank dann für einen möglichen Kauf der IKB und der Stadtsparkasse Düsseldorf verwenden. Dadurch bekäme die WestLB ein Filialgeschäft und zahlreiche neue Firmenkunden. Als große Schwäche das bisherigen Geschäftsmodells gilt, dass die Landesbank zu wenig Kunden hat.

Diskussionen über die Zukunft der WestLB seit dem Sommer

Bereits im Sommer hatten die Bankeigentümer über die Zukunft der WestLB diskutiert. Die Sparkassenverbände Rheinland und Westfalen favorisierten einen Zusammenschluss von WestLB und Landesbank Baden- Württemberg (LBBW) zum künftig zweitgrößten deutschen Geldhaus. Die Gespräche waren ausgesetzt worden, weil die Landesregierung ihre Optionen von der Citigroup ausloten lassen wollte. Das Gutachten liegt nach bisherigen Angaben des Finanzministeriums noch nicht vor.

Schieflage der IKB durch US-Hypothekenkrise

Die IKB war infolge der US-Hypothekenkrise in eine Schieflage geraten. Sie wurde durch eine branchenweite Rettungsaktion unter Führung des IKB-Großaktionärs KfW stabilisiert. Die Düsseldorfer Bank soll für einen Verkauf flottgemacht werden. Bislang haben bereits eine Reihe von Banken Interesse an der IKB bekundet.

KfW Bankengruppe muss Risikovorsorge fast verdoppeln

Unterdessen muss die staatliche KfW Bankengruppe wegen der Schieflage bei der Mittelstandsbank IKB ihre Risikovorsorge fast verdoppeln. Die bislang gebildete Risikovorsorge werde um 2,3 Milliarden auf 4,8 Milliarden Euro angehoben, teilte die KfW am Dienstag in Frankfurt mit. Zur Begründung hieß es, es seien neue wesentliche bewertungsrelevante Informationen über den von der IKB in den USA aufgelegten Fonds „Rhineland Funding“ bekanntgeworden. Zudem habe sich die grundsätzliche Markteinschätzung zu tatsächlichen Ausfallrisiken bei zweitklassigen US-Hypothekendarlehen dramatisch verschlechtert. Die KfW hält 38 Prozent an der IKB. Für die Mittelstandsbank mußte die deutsche Bankenlandschaft ein Rettungspaket schnüren.

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