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Mehr Geld von Bund und Land

Wie sich 70.000 Euro für Flüchtlings-Hilfe auswirken

NORDKIRCHEN Die Nachricht ist erst einmal positiv für Nordkirchen: Die Gemeinde bekommt 70.000 Euro mehr für die Hilfe von Asylbewerbern. Das ist das Ergebnis des Bund-Länder-Flüchtlingsgipfels vor rund zwei Wochen. 50 Prozent mehr als ursprünglich für 2015 veranschlagt. Ein Tropfen auf den heißen Stein oder echte Hilfe?

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George Almaher (r.) und Mohammad Khaliko im Gespräch mit RN-Mitarbeitern Petra Kriegler: Sie leben jetzt seit einiger Zeit in Südkirchen. Immerhin in Frieden und Sicherheit.

Am Ortsrand von Südkirchen stehen zwei Asylantenheime der Gemeinde Nordkirchen.

Im ersten Haushaltsentwurf, den die Gemeinde Anfang 2015 erstellte, standen 144.000 Euro auf der Einnahmeseite: Die Gemeinde rechnete ursprünglich mit Zuwendungen in dieser Höhe als Zuschuss für die Unterbringung von Flüchtlingen.

372.000 Euro Ausgaben

Weil die Zuweisungen stiegen, erhöhte die Gemeinde diesen Betrag noch auf 175.000 Euro. Inzwischen steht fest: Es werden 70.000 Euro mehr in die kommunale Kasse fließen. Durch die Zuweisung erhält die Gemeinde 245.000 Euro für das Jahr 2015.

NORDKIRCHEN Die Nordkirchener Kreuz-Kirche hat dem 22-jährigen Iraker Aziz al B. Kirchenasyl gewährt. Dem jungen Mann drohte die Abschiebung - eine Entscheidung, mit der sich das Bündnis gegen Abschiebung aus Münster nicht zufriedengeben wollte.mehr...

Kein Geld, mit dem die Gemeinde sich sanieren kann, denn: Auf der Ausgabenseite im Haushalt stehen 372.000 Euro. Das ist der Zuschussbedarf plus die Kosten für die Unterkunft der Flüchtlinge. „Wir haben Ausgaben für die Miete, die Unterhaltung unserer eigenen Unterkünfte, müssen Heiz- und Stromkosten und allem, was damit zusammen hängt“, erklärte Bürgermeister Dietmar Bergmann jetzt auf Anfrage unserer Redaktion.

Gemeinde rechnet mit steigenden Ausgaben

Diese Ausgaben sind bezogen auf die Flüchtlingszahlen, mit denen Nordkirchen im Moment rechnen kann. Vorbehaltlich dessen, was auf die Gemeinde noch zukommt. Denn: Zuweisungen von neu angekommenen Flüchtlingen aus den Landes-Erstaufnahme-Einrichtungen kommen oft spontan.

Nordkirchen Verfolgt, vertrieben, verzweifelt: Tausende Menschen verlassen ihre Heimat auf der Suche nach einem besseren Ort zum Leben. Dafür nehmen sie gefährliche Reisen auf sich, tragisch sterben Hunderte etwa im Mittelmeer. Neun Menschen aus Syrien hat ihre Flucht nach Selm, Nordkirchen und Olfen geführt. Mit ihren Porträts zeigen wir ihre Wege sowie ihre Hoffnungen und Sehnsüchte.mehr...

Mit dem zusätzlich eingenommenen Geld kann die Gemeinde ihr Haushalts-Defizit decken – mehr ist nicht drin. Sie rechnet auch damit, dass die Ausgaben weiter steigen: „Wenn die Zahl der Zuweisungen weiter steigt, und das deutet sich an, dann müssen wir auf mittlere Sicht weiteren Wohnraum suchen“, sagt Bürgermeister Bergmann. Im Moment habe man noch etwas Luft, sprich verfügbare Kapazitäten. Aber sei offen für weitere leer stehende Wohnungen zur Anmietung.

Fazit des Bürgermeisters ob des „Geldsegens“ von Bund und Land: „Das Geld reicht natürlich nicht aus, aber das Signal ist positiv.“ 

ZUR SACHE

Die Gemeinde Nordkirchen versucht, die Asylbewerber dezentral unterzubringen. „Wir haben inzwischen ein paar Wohnungen in allen drei Ortsteilen angemietet“, sagt Bürgermeister Dietmar Bergmann. Diese Wohnungen waren leerstehend, die Eigentümer stellten sie dann zur Verfügung. Man achte darauf, dass das familiäre Umfeld zu den Flüchtlingen passe, die in den Wohnungen Unterschlupf finden.

Wenn jemand Wohnraum zur Verfügung hat, ist die Gemeinde froh: „Wir schauen schon, was im Wohnungsmarkt geht“, sagt Bergmann. „Aber wenn jemand vermieten will, sollte er sich gerne bei uns melden.“

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