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Wie werde ich Instrumentenbauer/in für Metallbläser?

Ludwigsburg (dpa/tmn) Viele Blechblasinstrumente kommen heute aus industrieller Fertigung in Fernost. Gerade Profi-Musiker wissen jedoch die handgemachten Modelle deutscher Manufakturen zu schätzen. Für die Ausbildung muss man nicht zwingend Trompete spielen können.

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Wer wie Lucia Zabinski Instrumentenmacher lernt, entscheidet sich für eine Ausbildung in der Nische. Zabinski lernt in der Firma Thein Brass in Bremen. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Volle Konzentration: Lucia Zabinski lötet in der Oscar-Walcker-Schule einen Wasserklappendeckel, der für den Stimmbogen eines Flügelhorns bestimmt ist. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Lucia Zabinski spielt selbst Trompete. Beim Bau und der Restauration der Instrumente ist das ein Vorteil. Es hilft ihr außerdem, wenn sie mit ihren Kunden kommuniziert. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Feilen am Flügelhorn: Für die Ausbildung zum Metallblasinstrumentenmacher braucht es rein formell keinen bestimmten Schulabschluss. Viele Auszubildende haben jedoch Abitur. Foto: Christoph Schmidt/dpa

In ihrer Ausbildung lernt Lucia Zabinski auch Instrumente zu restaurieren und reparieren. Hier feilt sie an einem Flügelhorn. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Lucia Zabinski liebt an ihrem Job auch den Umgang mit den Kunden. Mit ihnen könne man gut fachsimpeln. Wer den Job erlernt, sollte deshalb auch gut kommunizieren können. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Bei ihrer Arbeit braucht Lucia Zabinski durchaus auch Kraft: Die angehende Instrumentenmacherin arbeitet mit einem Flügelhornstück an einer Drückbank. Foto: Christoph Schmidt/dpa

An der Poliermaschine arbeitet Lucia Zabinski mit einem Mundschutz. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Instrumentenbaumeister Harald Bosch erklärt Lucia Zabinski, worauf sie bei der Arbeit an der Drückbank achten muss. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Zu der dualen Ausbildung gehört für Lucia Zabinski auch der Unterricht an der Oscar-Walcker-Schule in Ludwigsburg. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Lucia Zabinski konnte es sich nicht richtig vorstellen, nach dem Abitur ein Studium zu beginnen. Etwas Handwerkliches sollte es sein, fand die 20-Jährige aus Soltau, die seit vielen Jahren Trompete spielt - und seit kurzem auch Posaune.

Warum also nicht Blechblasinstrumente bauen, dachte sie sich und machte sich auf die Suche nach einem Praktikumsplatz. Lucia Zabinski fand in Bremen den Betrieb Thein Brass, bei dem sie nach einer Woche Probearbeiten einen Ausbildungsvertrag unterschrieb. Nun lernt sie, Trompeten, Hörner und Posaunen zu bauen und zu restaurieren.

Wer Metallblasinstrumentenmacher lernt, entscheidet sich für eine Ausbildung in der Nische. Es gibt nicht mehr viele Betriebe, die ausbilden. Durch die Konkurrenz günstiger Instrumente aus Fernost haben viele kleine Betriebe schließen müssen, sagt Christoph Endres. Er ist Meister, Geschäftsinhaber und Vorsitzender der Bundesfachgruppe Blasinstrumente der Musikinstrumentenbauinnung Deutschland.

Wer eine der wenigen Lehrstellen bekommt, macht eine duale Ausbildung im Betrieb und in der Schule. Es gibt in Deutschland drei Berufsschulen, in denen mehrwöchiger Blockunterricht ansteht. Die Ausbildung dauert drei Jahre. "36 Wochen davon verbringen die jungen Leute in der Schule", sagt Werner Stannat, Studiendirektor Musikinstrumentenbau an der Oscar-Walcker-Schule in Ludwigsburg.

Bis heute wird beim Bau von Posaunen, Trompeten, Hörnern oder der Tuba das meiste in Handarbeit hergestellt. Die Auszubildenden lernen zunächst die einzelnen Arbeitsschritte. "Sie werden mit den Werkstoffen vertraut gemacht, erstellen Einzelteile und schließlich einzelne Baugruppen", sagt Stannat. Akustik, Musikkunde, technisches Zeichnen - all dies sind Fächer, auf die die Schule keinen Lehrling vorbereitet. Sie sollten gut in Mathematik sein und räumliches Vorstellungsvermögen mitbringen, damit aus dem Plan tatsächlich ein Instrument wird.

Lucia Zabinski hat am meisten Freude am "Restaurieren, Reparieren und daran, ein rustikales Instrument aufzupeppen", sagt sie. "Man lernt in der Schule und von jedem im Betrieb." Jeder habe seine eigene Art, mit einem Instrument umzugehen. "Das muss man sich so lange anschauen, bis man seine eigene Art gefunden hat", sagt sie.

Reichtümer häuft man in dem Beruf eher nicht an. "Die Gewinnspanne ist sehr gering, außerdem braucht man für die Blechblasinstrumente einen großen Maschinenpark", erläutert Stannat. In der Ausbildung erhalten Instrumentenbauer laut der Bundesagentur für Arbeit 400 Euro im ersten Lehrjahr, 480 Euro im zweiten und 520 Euro im letzten Jahr - aber die Vergütung ist nicht einheitlich geregelt.

Metallblasinstrumentenmachern - Informationen der Arbeitsagentur

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Wer wie Lucia Zabinski Instrumentenmacher lernt, entscheidet sich für eine Ausbildung in der Nische. Zabinski lernt in der Firma Thein Brass in Bremen. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Volle Konzentration: Lucia Zabinski lötet in der Oscar-Walcker-Schule einen Wasserklappendeckel, der für den Stimmbogen eines Flügelhorns bestimmt ist. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Lucia Zabinski spielt selbst Trompete. Beim Bau und der Restauration der Instrumente ist das ein Vorteil. Es hilft ihr außerdem, wenn sie mit ihren Kunden kommuniziert. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Feilen am Flügelhorn: Für die Ausbildung zum Metallblasinstrumentenmacher braucht es rein formell keinen bestimmten Schulabschluss. Viele Auszubildende haben jedoch Abitur. Foto: Christoph Schmidt/dpa

In ihrer Ausbildung lernt Lucia Zabinski auch Instrumente zu restaurieren und reparieren. Hier feilt sie an einem Flügelhorn. Foto: Christoph Schmidt/dpa

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An der Poliermaschine arbeitet Lucia Zabinski mit einem Mundschutz. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Instrumentenbaumeister Harald Bosch erklärt Lucia Zabinski, worauf sie bei der Arbeit an der Drückbank achten muss. Foto: Christoph Schmidt/dpa

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