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Wie werde ich ...? Medizintechniker

Jena/Gelsenkirchen (dpa/tmn) Die Menschen werden immer älter und sollen möglichst lange gesundbleiben. Mit dem Gesundheitsmarkt wächst auch der Bedarf an Fachkräften, die Medizinprodukte erfinden, Krankenhäuser planen oder mit Chirurgen neue Operationstechniken entwickeln.

Wie werde ich ...? Medizintechniker

Die moderne Medizin braucht moderne Hilfsmittel: Medizintechniker entwickeln Geräte zum Erkennen von Krankheiten. (Bild: BVMed/dpa/tmn)

Medizintechniker sind deshalb gefragter denn je. «Medizintechnik ist eine Ingenieurwissenschaft», erklärt Alfred H. Gitter, Dekan im Fachbereich Medizintechnik und Biotechnologie der Fachhochschule Jena. Die Spezialisten in diesem Bereich beschäftigen sich mit dem Herstellen und dem Betrieb technischer Medizinprodukte, beispielsweise der Entwicklung von Robotern, die Gelenkprothesen einsetzen können. «Medizintechnische Geräte enthalten Komponenten, die am oder im menschlichen Körper Daten aufnehmen oder eine bestimmte biophysikalische Wirkung erzeugen», erläutert Gitter. Aufgabe der Medizintechniker ist es, die Geräte zu optimieren. In modernen Apparaturen wie 3D-Ultraschallgeräten spielten die elektronische Messung, Signal- und Informationsverarbeitung eine immer größere Rolle.

«Die Medizintechnikindustrie beschäftigt in rund 1250 Betrieben mit jeweils mehr als 20 Beschäftigten 95 000 Menschen», sagt Manfred Beeres vom Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) in Berlin. Hinzu kommen fast 10 000 Kleinunternehmen mit 75 000 Mitarbeitern. Beeres zufolge ist die Branche ein Wachstumsmarkt: «Der medizintechnische Fortschritt, die demografische Entwicklung und der erweiterte Gesundheitsbegriff werden dafür sorgen, dass dies auch so bleibt.»

«Viele Hochschulen bieten die Medizintechnik als Vertiefungsrichtung innerhalb eines klassischen Elektrotechnik- oder Maschinenbaustudiums an», erklärt Christian Schröder von der Fachhochschule Gelsenkirchen. «Vorteilhaft ist ein Studiengang, der schon im ersten Semester an die Erfordernisse der Medizintechnik angepasst ist.» An der FH in Gelsenkirchen gibt es für die Medizintechnik eine breitgefächerte Grundlagenausbildung in der Medizin und den erforderlichen Ingenieurfächern. Anschließend kann man sich in verschiedenen Bereichen spezialisieren.

«Die Absolventen arbeiten häufig in den Entwicklungs- und Konstruktionsbereichen oder im Bereich Marketing und Vertrieb der weltweit tätigen medizintechnischen Industrie», erläutert Schröder. In Kliniken seien sie mitverantwortlich für die Planung und für den reibungsfreien Einsatz medizintechnischer Geräte.

Die Einsatzorte unterscheiden sich in Abhängigkeit vom Abschluss. Mit einem Bachelor werden die Experten insbesondere in der Industrie zur Planung medizintechnischer Produkte oder bei Behörden zur Prüfung und Überwachung eingesetzt, sagt Gitter. Wer ein Master-Studium abschließt, arbeite in Instituten, Unternehmen und Kliniken, unter anderem an der Entwicklung medizinelektronischer Geräte.

Voraussetzung für ein Studium ist das Abitur oder die Fachhochschulreife. «Oft braucht man einen guten Notendurchschnitt, um an einer Hochschule Medizintechnik studieren zu können», sagt Gitter. Zudem seien Englischkenntnisse nötig, denn «Medizintechnik ist eine in Deutschland stark vertretene, aber auch weltweit immer bedeutender werdende Branche».

Informationen: Bundesverband Medizintechnologie, Reinhardtstraße 29b, 10117 Berlin (E-Mail: info@bvmed.de)

Fachhochschule Gelsenkirchen: www.fh-gelsenkirchen.de

Fachhochschule Jena: www.fh-jena.de

Bundesverband Medizintechnologie e.V.: www.bvmed.de

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