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Wie werde ich...? Notarzt

Berlin/München (dpa/tmn) Knapp zwölf Minuten nach dem schweren Verkehrsunfall stoppt der Notarztwagen neben dem verunglückten Fahrzeug. Dessen Fahrer liegt bewusstlos auf der Straße.

Der Notarzt beginnt sofort mit der Behandlung und versucht, den Patienten außer Lebensgefahr zu bringen und den Transport ins Krankenhaus zu ermöglichen. Für Notärzte ist das Alltag: Mit Blaulicht und Martinshorn oder im Rettungshubschrauber eilen sie zu ihrem Einsatzort, um Menschen schnelle erste medizinische Versorgung zu bringen. Eine «zunehmende Nachfrage» nach Notärzten sieht Jörg Beneker, Leiter des Rettungswesens am Unfallkrankenhaus in Berlin.

Wer als Notfallarzt arbeiten will, muss das Medizinstudium beendet haben und die Approbation besitzen. Dann kann die Zusatzweiterbildung erfolgen. «Diese beginnt mit 24 Monaten Tätigkeit auf einem Gebiet der stationären Patientenversorgung», erklärt Ulrike Panzer von der Bundesärztekammer (BÄK) in Berlin. Davon müssen sechs Monate im Bereich der Intensivmedizin, der Anästhesiologie oder in einer Notfallaufnahme geleistet werden.

Vor der eigenverantwortlichen Tätigkeit steht eine Art Praktikum: «50 Einsätze unter Anleitung eines verantwortlichen Notarztes im Notarztwagen oder Rettungshubschrauber sind zu absolvieren», zitiert Panzer aus der Weiterbildungsordnung. Der Notarzt muss fachübergreifend arbeiten. «Bei gut zwei Dritteln der Einsätze geht es um Herz- und Kreislaufprobleme sowie Schlaganfälle», erläutert der Mediziner Andre Kröncke aus Lüdersdorf bei Lübeck. Er ist der Initiator der Notarzt-Börse, die sich auf die Vermittlung dieser Fachkräfte spezialisiert hat.

Die Arbeit als Notarzt beschreibt Kröncke als «höchst abwechslungsreich». Natürlich gibt es auch kritische Situationen - wie schwere Unfälle oder Gewaltverbrechen. «Besonders belastende Einsätze werden mit professioneller, psychologischer Hilfe aufgearbeitet», erklärt Prof. Christian Lackner, Leiter des Instituts für Notfallmedizin im Klinikum der Universität München.

Über den Einsatz eines Notarztes entscheidet die jeweilige Rettungsleitstelle auf Grund bestimmter Hinweise. Sind Schwerverletzte zu behandeln, liegen Bewusstseinsstörung oder akute Lähmung vor - solche Informationen erfragt der erfahrene Mitarbeiter bei jedem Notruf.

Die «Vitalfunktion» von Patienten wieder herzustellen, lautet der vordringliche Auftrag für den Notarzt. Dazu muss er in der Lage sein, den Patienten zum Beispiel künstlich zu beatmen oder unter Umständen sogar am Ort eine Notoperation vorzunehmen. Noch während des Transports in das nächste Krankenhaus treffen dort die ersten Informationen zur weiteren Behandlung ein - der Notarzt übermittelt sie per Funk oder über einen tragbaren Computer.

Informationen: Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands, Geschäftsstelle, Axel-Springer-Straße 52, 10969 Berlin, E-Mail: band@ukb.de

Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands: www.band-online.de

Bundesärztekammer: www.bundesaerztekammer.de

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