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Wie werde ich...? Wirtschaftsjurist

Köln/Mainz (dpa/gms) - Wirtschaftsjuristen brauchen eine Doppelbegabung: Wirtschaftliche Kompetenz und solide Kenntnisse in Jura. Die Nachfrage nach solchen Fachkräften hält an.

Denn ein Vorurteil hält sich bei manchen Firmenchefs hartnäckig: Juristen können nicht rechnen, Betriebswirte verstehen nichts von Paragrafen. Wirtschaftsjuristen beherrschen beides.

Die damalige Fachhochschule in Lüneburg richtete mit dem Wintersemester 1994/95 als erste einen Studiengang Wirtschaftsrecht ein, dessen Absolventen ihren Abschluss mit der Doppelqualifikation machen sollten. «Wir hatten schon 1992 für eine solche Ausbildung plädiert», sagt Christiane Konigin-Grenier vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

«Derzeit studieren etwa 6000 Männer und Frauen an den 29 Fachhochschulen», sagt Thomas Krause vom Bundesverband der Wirtschaftsjuristen von Fachhochschulen (WJFH) in Mainz. Für ein Studium ist die Fachhochschulreife Voraussetzung. Pro Jahr gibt es nach Angaben von Krause rund 1000 Absolventen.

Die Universität Lüneburg bietet neuerdings auch einen Bachelor-Studiengang Wirtschaftsrecht an. «Es dauert sechs Semester bis zum Bachelor of Laws», sagt Uni-Sprecher Henning Zühlsdorff. «Derzeit gibt es 94 Studierende.» Hinzu kommen 412 Männer und Frauen, die in der niedersächsischen Stadt das Fachhochschul-Diplom des Wirtschaftsjuristen nach den bisherigen Bestimmungen erwerben wollen.

Auch an der Universität Augsburg lehren Professoren seit 2002 Wirtschaftsrecht. «Das Studium dauert in Vollzeit acht Semester plus Diplomarbeit», erläutert Dorit Pries von der Hochschulleitung. Voraussetzung sei das Abitur, nach einem Prüfungsverfahren würden pro Jahr 50 Studienanfänger zugelassen. «Wir haben etwa 300 Bewerber pro Semester.» Ein Bachelor-Studiengang ist geplant.

Viele Berufstätige können sich die Auszeit für den täglichen Besuch einer Hochschule nicht erlauben. Für sie besteht die Möglichkeit, das Diplom in der Freizeit zu erwerben. «Ein anstrengendes Unterfangen», sagt Harald Beschorner, Kanzler der privaten gemeinnützigen Fachhochschule für Oekonomie und Management (FOM) in Essen, die Vorlesungen an 16 Standorten in Deutschland anbietet.

«Das vermittelte Wissen entspricht einem Vollzeitstudium, es muss jedoch neben der Berufstätigkeit in sieben Semestern erworben werden», erklärt Beschorner. Das bedeutet dreimal wöchentlich und jeden zweiten Samstag mehrere Stunden Vorlesungen, dazu kommen Hausaufgaben und Vorbereitungen auf die Zwischenprüfungen. Die Studiengebühren belaufen sich auf mehr als 11 000 Euro.

Wirtschaftsjuristen mussten sich anfangs manchmal anhören, «Schmalspurjuristen» zu sein, weil ihnen das Staatsexamen und die Referendarzeit fehlt. Doch mancher Volljurist belegt inzwischen berufsbegleitende Vorlesungen über Wirtschaftsrecht, um sich für Positionen als Wirtschaftsjurist in den Top-Etagen zu qualifizieren.

Informationen: Bundesverband der Wirtschaftsjuristen von Fachhochschulen, Postfach 4354, 55033 Mainz.

www.wjfh.de

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